Bericht der Bundesregierung zum Elterngeld Plus

Bericht der Bundesregierung zum Elterngeld Plus

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28 Prozent der Eltern, die Elterngeld beantragt haben, haben sich im dritten Quartal 2017 für das Elterngeld Plus entschieden. Damit haben im Sommer 2017 doppelt so viele Eltern das Elterngeld Plus in Anspruch genommen, wie direkt nach der Einführung zum 1. Juli 2015.

Am häufigsten genutzt wurde das Angebot in Thüringen. Dort haben sich 38,5 Prozent der Väter und Mütter, die Elterngeld beantragen, für die Plus-Variante entschieden. In Rheinland-Pfalz waren es 36,6 Prozent und in Bremen 34,2 Prozent. Die meisten Eltern, die das Elterngeld Plus nutzen, waren damit zufrieden: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der befragten Nutzerinnen und Nutzer bewerten es als „gute Sache“, 19 Prozent sagen „teils, teils“ und nur 1 Prozent ist gänzlich unzufrieden („keine gute Sache“).

Auch mit ihrer wirtschaftlichen Lage waren viele Eltern, die die neuen Leistungen bezogen haben, zufrieden. Rund ein Drittel bewerten ihre wirtschaftliche Lage während des Bezugs von Elterngeld Plus als „sehr gut“ (5 Prozent) oder „gut“ (28 Prozent), 43 Prozent sehen sie als „auskömmlich“. Nehmen sie den Partnerschaftsbonus in Anspruch, empfindet die Hälfte der Nutzer ihre wirtschaftliche Lage als „gut“ oder „sehr gut“ (53 Prozent).

Bei der Entscheidung für das Elterngeld Plus ist den Eltern besonders wichtig, mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen zu können. Bei den Vätern spielte zudem eine große Rolle, dass sie sich mit dem ElterngeldPlus stärker an der Kinderbetreuung beteiligen und ihre Partnerin besser unterstützen können, als wenn es nur das Basiselterngeld gäbe. Für den Partnerschaftsbonus haben sich die meisten Eltern entschieden, weil sie so nicht nur zusätzliche Zeit mit dem Kind haben, sondern sich sich Beruf und Kinderbetreuung auch partnerschaftlich aufteilen können.

Das Elterngeld Plus führt auch dazu, dass Väter länger Elterngeld in Anspruch nehmen: 20 Prozent der Väter beziehen es mehr als drei Monate. Gleichwohl liegt die Bezugsdauer der Mütter mit 19,6 Monaten deutlich über derjenigen der Väter (8,2 Monate).

Die Statistik zeigt auch: Eltern, die Elterngeld Plus beziehen, sind häufiger erwerbstätig als während  des Bezugs von Basiselterngeld. Allerdings gibt es hier Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 78 Prozent der Väter aber nur 32 Prozent der Mütter, die Elterngeld beziehen, sind erwerbstätig.

Grundsätzlich zeigen die Zahlen, dass kurze Bezugszeiten, eine partnerschaftliche Aufteilung der Bezugszeiten und eine höhere Bildung die Chancen dafür erhöhen, dass Frauen nach der Geburt des Kindes wieder berufstätig werden.

Eltern sollen Erwerbs- und Familienarbeit flexibel und partnerschaftlich untereinander aufteilen können. Das war Ziel der Modernisierung von Elterngeld und Elternzeit 2015, mit der das Elterngeld Plus eingeführt wurde. Zudem wollte die Bundesregierung Eltern wirtschaftlich besser absichern, die nach der Geburt ihres Kindes in Teilzeit arbeiten wollen.

Müttern sollten so früher wieder in Beruf einsteigen können. Väter sollten die Möglichkeit bekommen, weniger zu arbeiten und sich stärker um die Betreuung des Kindes zu kümmern. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die neuen Familienleistungen wirken und dazu beitragen, diese Ziele weitgehend zu erreichen.

Hintergrund:
Das Basiselterngeld soll das Einkommen des Elternteils ersetzen, welches das Kind betreut. Den Eltern stehen gemeinsam insgesamt 14 Monate zu, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen und ihnen dadurch Einkommen wegfällt. Sie können die Monate frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate in Anspruch nehmen.

Das Elterngeld Plus unterstützt insbesondere diejenigen, die schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Mütter und Väter haben damit die Möglichkeit, länger als bisher Elterngeld in Anspruch zu nehmen. Sie bekommen doppelt so lange Elterngeld (in maximal halber Höhe): Aus einem Elterngeldmonat werden zwei Elterngeld Plus-Monate. Wenn beide Elternteile für 25 bis 30 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten und sich die Betreuung des Kinde stielen, können sie vier zusätzliche Monate lang Elterngeld erhalten, der sogenannte Partnerschaftsbonus.

Bild © Jens Koeppen

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