Bun­des­ka­bi­nett beschließt die Ein­füh­rung von Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen

Bun­des­ka­bi­nett beschließt die Ein­füh­rung von Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen
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Bun­des­ka­bi­nett beschließt die Ein­füh­rung von Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen

Das Bun­des­ka­bi­nett hat die Ein­füh­rung von Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen in Kran­ken­haus­be­rei­chen, in denen dies aus Grün­den der Pati­en­ten­si­cher­heit beson­ders not­wen­dig ist, auf den Weg gebracht.

Im Ein­zel­nen ist Fol­gen­des vor­ge­se­hen:

a) Die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft und der Spit­zen­ver­band Bund der Kran­ken­kas­sen (GKV­Spit­zen­ver­band) wer­den beauf­tragt, im Beneh­men mit dem Ver­band der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen in zuvor von ihnen fest­ge­leg­ten Berei­chen im Kran­ken­haus bis zum 30. Juni 2018 ver­bind­lich zu ver­ein­ba­ren.

b) Soll­ten die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft und der GKV-Spit­zen­ver­band kei­ne Ver­ein­ba­rung tref­fen, setzt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit die Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen per Rechts­ver­ord­nung mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2019 fest.

c) Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um beglei­tet die Fest­le­gung der Per­so­nal­un­ter­gren­zen in einem engen fach­li­chen Aus­tausch. Dazu gehört, dass die Selbst­ver­wal­tungs­part­ner unver­züg­lich einen kon­kre­ten Zeit­plan vor­le­gen müs­sen. Zudem wird das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um an den Sit­zun­gen der bei­den Ver­trags­par­tei­en teil­neh­men. Die Selbst­ver­wal­tungs­part­ner sind ver­pflich­tet, das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um regel­mä­ßig Unter­la­gen zum Bear­bei­tungs­stand vor­zu­le­gen sowie fort­wäh­rend über die Arbeits­fort­schrit­te zu infor­mie­ren.

d) Der Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Belan­ge der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sowie Bevoll­mäch­tig­ter für Pfle­ge, Karl-Josef Lau­mann, wird vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um in den fach­li­chen Aus­tausch mit bei­den Ver­trags­par­tei­en ein­be­zo­gen. Wei­te­re maß­geb­li­che Ver­bän­de wie der Deut­sche Pfle­gerat, die für das Per­so­nal­fra­gen in Kran­ken­häu­sern maß­geb­li­chen Gewerk­schaf­ten und die Arbeits­ge­mein­schaft der medi­zi­nisch-wis­sen­schaft­li­chen Fach­ge­sell­schaf­ten e.V. wer­den ein­ge­bun­den.

e) Um Per­so­nal­ver­la­ge­run­gen zu ver­mei­den, müs­sen Kran­ken­häu­ser zudem die für die Kran­ken­haus­pla­nung zustän­di­gen Behör­den künf­tig über die Ein­hal­tung der Per­so­nal­un­ter­gren­zen infor­mie­ren und dies auch in den Qua­li­täts­be­rich­ten ver­öf­fent­li­chen. Es wer­den ver­bind­li­che Ver­gü­tungs­ab­schlä­ge ein­ge­führt, wenn die Per­so­nal­un­ter­gren­zen nicht ein­ge­hal­ten wer­den sowie wei­te­re Maß­nah­men, für den Fall, dass die Per­so­nal­un­ter­gren­zen durch ein­zel­ne Kran­ken­häu­ser nicht erfüllt wer­den. Zudem wer­den not­wen­di­ge Aus­nah­me­vor­schrif­ten und Über­gangs­re­ge­lun­gen vor­ge­se­hen.

f) Die Wir­kung der Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen ist bis zum 31. Dezem­ber 2022 wis­sen­schaft­lich zu eva­lu­ie­ren. Der Eva­lua­ti­ons­be­richt ist dem Aus­schuss für Gesund­heit des Deut­schen Bun­des­ta­ges über das BMG vor­zu­le­gen.

g) Um dau­er­haft mehr Per­so­nal beschäf­ti­gen zu kön­nen, wer­den die Kran­ken­häu­ser schon seit die­sem Jahr durch einen Pfle­ge­zu­schlag unter­stützt. Ab 2019 soll die­ser um die Mit­tel des Pfle­ge­stel­len-För­der­pro­gramms ergänzt wer­den und damit von bis­her 500 Mil­lio­nen Euro auf bis zu 830 Mil­lio­nen Euro pro Jahr anwach­sen. Kran­ken­häu­ser pro­fi­tie­ren in Abhän­gig­keit von ihrer Pfle­ge­per­so­nal­aus­stat­tung von dem erhöh­ten Zuschlag und erhal­ten dadurch einen Anreiz, aus­rei­chend Per­so­nal vor­zu­hal­ten. Für einen Über­gangs­zeit­raum von 3 Jah­ren wird bis ein­schließ­lich 2021 an der Nach­weis­pflicht beim Pfle­ge­stel­len-För­der­pro­gramm fest­ge­hal­ten, damit die bis­her geför­der­ten Stel­len­zah­len bei­be­hal­ten wer­den. Für aus den
Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen fol­gen­de Mehr­kos­ten, die nicht bereits ander­wei­tig finan­ziert sind, kön­nen kran­ken­haus­in­di­vi­du­el­le Zuschlä­ge ver­ein­bart wer­den.

Mit die­sen Rege­lun­gen wur­den die Schluss­fol­ge­run­gen aus der Exper­ten­kom­mis­si­on „Pfle­ge­per­so­nal im Kran­ken­haus“ vom 7.März 2017 umge­setzt, die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he gemein­sam mit den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Koali­ti­ons­frak­tio­nen und der Bun­des­län­der vor­ge­legt wur­den. Ursprüng­lich waren die Arbei­ten der Kom­mis­si­on bis Ende des Jah­res 2017 vor­ge­se­hen. Damit lie­gen die Ergeb­nis­se deut­lich frü­her vor, als geplant. Es han­delt sich um For­mu­lie­rungs­hil­fen für zwei Ände­rungs­an­trä­ge der Koali­ti­ons­frak­tio­nen zu dem bereits im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren befind­li­chen Gesetz zur Moder­ni­sie­rung der epi­de­mio­lo­gi­schen Über­wa­chung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten.

Bild © Jens Koep­pen

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