Fort­schrit­te in der Asyl- und Flücht­lings­po­li­tik

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Fort­schrit­te in der Asyl- und Flücht­lings­po­li­tik

Die welt­wei­ten Flücht­lingsbewe­gun­gen blei­ben eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft. Deutsch­land steht zu sei­nen huma­ni­tä­ren Ver­pflich­tun­gen. Aber eine Situa­ti­on wie im Herbst 2015 darf sich nicht wie­der­ho­len. Seit­dem geht die Zahl der Schutz­su­chen­den kon­ti­nu­ier­lich zurück. Waren es hier­zu­lan­de 2015 noch 890.000, so sank die Zahl im ver­gan­ge­nen Jahr auf gut 280.000. Die­se Ent­wick­lung hat sich fort­ge­setzt. Von Janu­ar bis Novem­ber 2017 wur­den nur noch rund 170.000 Zugän­ge von Asyl­su­chen­den regis­triert. Das ist im Wesent­li­chen auf fol­gen­de euro­päi­sche, inter­na­tio­na­le und natio­na­le Maß­nah­men zurück­zu­füh­ren:

 

EUROPÄISCH

Weit­ge­hen­de Ver­mei­dung ille­ga­ler Migra­ti­on über die Tür­kei durch euro­päi­sche Maß­nah­men

  • Ver­ein­ba­rung eines Rück­füh­rungs­me­cha­nis­mus mit der Tür­kei hat Flucht­an­rei­ze ver­min­dert.
  • Die Tür­kei erhält von der EU bis zu sechs Mil­li­ar­den Euro, um die Lebens­per­spek­ti­ven der syri­schen Flücht­lin­ge in ihrem Land zu ver­bes­sern und die Schleu­ser­kri­mi­na­li­tät zu bekämp­fen.
  • Grenz­schlie­ßun­gen auf der Bal­kan­rou­te.

Schutz der EU-Außen­gren­zen

  • NATO-Mari­ne­ver­band unter deut­scher Füh­rung beob­ach­tet Bewe­gun­gen von Schleu­sern in der Ägä­is.
  • Grenz­schutz­agen­tur Fron­tex wird zu einer euro­päi­schen Grenz- und Küs­ten­wa­che mit erwei­ter­ten Befug­nis­sen aus­ge­baut.
  • EU-Län­der inten­si­vie­ren Zusam­men­ar­beit, um ille­ga­le Migra­ti­on im zen­tra­len Mit­tel­meer zu stop­pen.
  • Unter­stüt­zung Liby­ens bei der Kon­trol­le sei­ner See- und Lan­des­gren­zen.

Ent­las­tung der Län­der an den EU-Außen­gren­zen

  • Neu ankom­men­de Schutz­su­chen­de wer­den auf Betrei­ben der EU in Ita­li­en und Grie­chen­land in Regis­trie­rungs­zen­tren (soge­nann­ten Hot­spots) auf­ge­nom­men.
  • EU-Län­der hel­fen Grie­chen­land mit finan­zi­el­len und per­so­nel­len Mit­teln bei der Regis­trie­rung, Anhö­rung
    und Rück­füh­rung der ille­gal ein­ge­reis­ten Flücht­lin­ge
  • EU unter­stützt Grie­chen­land und Ita­li­en bei der Bewäl­ti­gung der huma­ni­tä­ren Her­aus­for­de­rung.

 

INTERNATIONAL

Frie­dens­lö­sung für Syri­en

  • Inter­na­tio­na­le Bemü­hun­gen um eine poli­ti­sche Lösung des Kon­flikts.
  • Die Bun­des­wehr betei­ligt sich an einer inter­na­tio­na­len Alli­anz, um den IS-Ter­ror zurück­zu­drän­gen.
  • Eine inter­na­tio­na­le Geber­kon­fe­renz hat mehr als neun Mil­li­ar­den Euro – davon 2,3 Mil­li­ar­den Euro von Deutsch­land – ein­ge­sam­melt, um syri­schen Flücht­lin­gen in ihrer Hei­mat­re­gi­on zu hel­fen. Ins­ge­samt hat Deutsch­land seit 2012 finan­zi­el­le Zusa­gen in Höhe von mehr als 3,8 Mil­li­ar­den Euro für huma­ni­tä­re, sta­bi­li­sie­ren­de und struk­tur­bil­den­de Maß­nah­men für Syri­en getä­tigt.

Per­spek­ti­ven für Afri­ka

  • G20 und EU wol­len die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in den afri­ka­ni­schen Staa­ten vor­an­trei­ben. Grund­la­ge dafür soll die von Deutsch­land initi­ier­te Part­ner­schaft mit Afri­ka sein, die vor allem pri­va­te Inves­ti­tio­nen for­ciert.

Rück­füh­rungs­ab­kom­men

  • Deutsch­land hat bereits mit einer Viel­zahl von Län­dern, dar­un­ter z.B. Afgha­ni­stan, Rück­füh­rungs­ab­kom­men abge­schlos­sen.
  • Es lau­fen Ver­hand­lun­gen über den Abschluss wei­te­rer Abkom­men, so unter ande­rem mit Ägyp­ten.

 

NATIONAL

Asyl­pa­ket I

  • Das Asyl­ver­fah­ren wur­de beschleu­nigt.
  • Vor­rang von Sach- vor Geld­leis­tun­gen in Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen.
  • Abschie­bun­gen wer­den grund­sätz­lich nicht mehr ange­kün­digt.
  • Ver­schär­fung der Straf­bar­keit von Schleu­sern.
  • Ände­run­gen im Bau­recht erleich­tern Unter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern.

Asyl­pa­ket II

  • Ein­schrän­kung des Fami­li­en­nach­zugs für bestimm­te Grup­pen.
  • Auf­bau von Auf­nah­me­zen­tren zur Ver­fah­rens­be­schleu­ni­gung für Migran­ten ohne Bleibe­per­spek­ti­ve.
  • Leis­tungs­be­zug nur am Zuwei­sungs­ort.
  • Ein­schrän­kung der Abschie­be­hin­der­nis­se aus gesund­heit­li­chen Grün­den.

Ver­bes­se­rung der Ver­fah­rens­ab­läu­fe

  • Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge arbei­tet effek­ti­ver: Das Amt konn­te im Jahr 2016 knapp 700.000 Anträ­ge ent­schei­den. In den Mona­ten Janu­ar bis Novem­ber 2017 kamen rund 580.000 Ent­schei­dun­gen hin­zu. Der Abbau der Antrags­rück­stän­de geht zügig vor­an. Zwar führt der Abbau der Alt­fäl­le sta­tis­tisch gese­hen zu einer durch­schnitt­lich höhe­ren Bear­bei­tungs­dau­er, die Bear­bei­tungs­dau­er von Neu­ver­fah­ren aus die­sem Jahr beträgt jedoch nur noch etwa zwei Mona­te.
  • Die Zahl der Mit­ar­bei­ter hat sich mas­siv erhöht. Allein im Lau­fe des Jah­res 2016 wur­de sie mehr als ver­dop­pelt: von 3.500 auf über 7.000.
  • Neu­er fäl­schungs­si­che­rer Flücht­lings­aus­weis ermög­licht eine zen­tra­le Daten­er­fas­sung. Er ist Vor­aus­set­zung für die Gewäh­rung von Leis­tun­gen.
  • Flücht­lin­ge wer­den grenz­nah regis­triert und erken­nungs­dienst­lich behan­delt. Hun­dert­tau­sen­de von Regis­trie­run­gen wur­den nach­ge­holt.
  • Daten­aus­tausch der Behör­den erleich­tert Steue­rung von Auf­nah­me und Inte­gra­ti­on.

Aus­wei­tung der Lis­te siche­rer Her­kunfts­staa­ten

  • Gesetz­li­che Ver­mu­tung, dass Anträ­ge von Asyl­be­wer­bern aus siche­ren Her­kunfts­län­dern unbe­grün­det sind, beschleu­nigt Ver­fah­ren.
  • Ein­stu­fung der West­bal­kan-Staa­ten als siche­re Her­kunfts­län­der führ­te zu deut­li­chem Rück­gang der Zuwan­de­rung von dort.
  • Bun­des­tags­be­schluss zur Erwei­te­rung der Lis­te um Marok­ko, Alge­ri­en und Tune­si­en wur­de von den Grü­nen im Bun­des­rat zu Fall gebracht.
  • Marok­ko, Alge­ri­en und Tune­si­en haben bes­se­re Zusam­men­ar­beit bei der Rück­über­nah­me ihrer Staats­bür­ger zuge­sagt. Ers­te Erfol­ge sind sicht­bar.

Ver­schär­fung des Aus­wei­sungs­rechts

  • Asyl­su­chen­de und aner­kann­te Flücht­lin­ge kön­nen bereits nach der Ver­ur­tei­lung zu einem Jahr Frei­heits­stra­fe – selbst auf Bewäh­rung – ihren Schutz­sta­tus ver­lie­ren.
  • Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge infor­miert die Staats­an­walt­schaft früh­zei­tig über Straf­ta­ten.
  • Aus­län­der, die eine erheb­li­che Gefahr für die öffent­li­che Sicher­heit dar­stel­len oder bei der Prü­fung ihrer Iden­ti­tät täu­schen, kön­nen leich­ter abge­scho­ben wer­den.
  • Hür­den für Abschie­bun­gen wur­den gesenkt. Von 2015 bis Sep­tem­ber 2017 haben knapp 180.000 Migran­ten Deutsch­land wie­der ver­las­sen, rund 112.000 davon frei­wil­lig.

Bes­se­re Durch­set­zung der Aus­rei­se­pflicht

  • Resi­denz­pflicht für Iden­ti­täts­täu­scher und Mit­wir­kungs­ver­wei­ge­rer wur­de ein­ge­führt.
  • Gefähr­li­che Aus­rei­se­pflich­ti­ge kön­nen mit­tels elek­tro­ni­scher Fuß­fes­sel über­wacht und unter gerin­ge­ren Vor­aus­set­zun­gen in Abschie­bungs­haft genom­men wer­den.
  • Ver­bes­se­rung der Sank­tio­nie­rung von Hei­mat­rei­sen von Schutz­be­rech­tig­ten in ihren Ver­fol­ger­staat.

Inte­gra­ti­ons­ge­setz setzt auf För­dern und For­dern

  • Gedul­de­te erhal­ten unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Blei­be­recht für die Dau­er einer Berufs­aus­bil­dung, Ver­zicht auf Vor­rang­prü­fung in bestimm­ten Regio­nen.
  • Mehr Kapa­zi­tä­ten bei Inte­gra­ti­ons­kur­sen.
  • Erleich­ter­te Nie­der­las­sungs­er­laub­nis bei nach­weis­lich erbrach­ten Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen.
  • Leis­tungs­kür­zung bei Ableh­nung von Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men oder vor­ge­schrie­be­ner Mit­wir­kung.
  • Wohn­sitz­zu­wei­sung zur Ver­mei­dung von Pro­ble­men in Bal­lungs­zen­tren.

Regel­werk zur Migra­ti­on

Aus Sicht der Uni­on muss die unge­steu­er­te Migra­ti­on nach Deutsch­land wei­ter redu­ziert wer­den. Die Gesamt­zahl der Auf­nah­men aus huma­ni­tä­ren Grün­den soll die Zahl von 200.000 Men­schen im Jahr nicht über­stei­gen. Vor allem fol­gen­de wei­te­re Maß­nah­men sol­len die Ein­hal­tung die­ses Rah­mens sichern:

  • Asyl­ver­fah­ren für alle neu Ankom­men­den in Ent­schei­dungs- und Rück­füh­rungs­zen­tren bün­deln. Die Asyl­be­wer­ber ver­blei­ben dort bis zur Ent­schei­dung ihres Antra­ges, die aus­län­der­recht­li­chen Ent­schei­dun­gen wer­den dort getrof­fen. Abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber wer­den direkt aus die­sen Ein­rich­tun­gen zurück­ge­führt.
  • Lis­te der siche­ren Her­kunfts­län­der erwei­tern, in jedem Fall um Marok­ko, Alge­ri­en, Tune­si­en.
  • Natio­na­le Grenz­kon­trol­len auf­recht­erhal­ten, bis der EU-Außen­grenz­schutz gewähr­leis­tet ist.
  • Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är Geschütz­ten wei­ter aus­set­zen.

Quel­le: CDU/C­SU-Frak­ti­on im deut­schen Bun­des­tag, Stand 20.12.2017

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