Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Inno­va­tions- und Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Digi­tal­stand­orts Deutsch­land

In Oder­berg und Prenz­lau
11. September 2017
Som­mer­tour-Sta­tio­nen in Joa­chims­thal, Schwedt und Ebers­wal­de
14. September 2017

Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Inno­va­tions- und Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Digi­tal­stand­orts Deutsch­land

–Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Inno­va­tions- und Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Digi­tal­stand­orts Deutsch­land in
der 18. Legis­la­tur­pe­ri­ode–

Wachs­tum und Wert­schöp­fung: Rah­men­be­din­gun­gen für Start­ups und Wag­nis­ka­pi­tal­fi­nan­zie­rung

• Die KfW ist als Anker­in­ves­tor mit einem­Bud­get von 400 Mio. Euro für Fonds in den Markt zurück­ge­kehrt. So hebelt die KfW ein Fonds­vo­lu­men von rund 2 Mrd. Euro für den Wag­nis­ka­pi­tal­markt und leis­tet dadurch einen wich­ti­gen Impuls zur Gewin­nung wei­te­rer in und aus­län­di­scher insti­tu­tio­nel­ler Inves­to­ren.

• Mit einem Volu­men von 500 Mio. Euro ist imFrüh­jahr 2016 die ERP/EIF-Wachs­tums­fa­zi­li­tät an den Markt gegan­gen. Das ERP Son­der­ver­mö­gen und der Euro­päi­sche Inves­ti­ti­ons­fonds (EIF) errich­ten hier­bei Ko-Inves­ti­ti­ons­fonds mit erfolg­rei­chen Wag­nis­ka­pi­tal­fonds­in­ves­to­ren, die sich an inno­va­ti­ven Wachs­tums­un­ter­neh­men betei­li­gen. Jeder Euro pri­va­tes Kapi­tal wird mit einem Euro aus dem­öf­fent­li­chen Fonds ver­dop­pelt.

• Der ERP/EIF-Ven­ture-Capi­tal-Dach­fonds wur­de um 1 Mrd. Euro auf 2,7 Mrd. Euro auf­ge­stockt, die Busi­ness-Angel-Finan­zie­run­gen stie­gen auf knapp 300 Mio. Euro.

• Der Anpas­sungs­ver­trag für die ERP-För­der­rück­la­ge erleich­tert es inno­va­ti­ven Unter­neh­men, in Deutsch­land mit Wag­nis­ka­pi­tal zu wach­sen. Der Anpas­sungs­ver­trag ver­bes­sert nun nicht nur die Wag­nis­ka­pi­tal- und Betei­li­gungs­fi­nan­zie­rung inner­halb der KfW als öffent­li­chem Inves­tor – er ent­fal­tet auch eine Hebel­wir­kung zur Mobi­li­sie­rung pri­va­ter Inves­to­ren.

• Durch den von der KfW initi­ier­ten, eigen­stän­di­gen Co-Invest­ment­fonds Copa­ri­on ste­hen Start­ups wei­te­re 225 Mio. Euro zur Ver­fü­gung. Der Fonds inves­tiert zu glei­chen Bedin­gun­gen wie pri­va­te Inves­to­ren in tech­no­lo­gie­ori­en­tier­te jun­ge Unter­neh­men. Die Betei­li­gung erfolgt, je nach Betei­li­gungs­form des Lead­in­ves­tors, mit bis zu 10 Mio. Euro pro Unter­neh­men.

• Mit dem mFUND (Moder­ni­täts­fonds) wer­den For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te rund um digi­ta­le daten­ba­sier­te Anwen­dun­gen aus dem Bereich­Mo­bi­li­tät 4.0 bis Ende 2020 in Höhe von 100 Mio. Euro durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur unter­stützt .Vor­aus­set­zung für eine För­de­rung ist ein Bezug zu Daten aus dem Kon­text der Mobilitäts-,Wetter- oder Geo­da­ten. Grün­der und Start­ups wer­den sowohl bei der Kon­zept­ent­wick­lung (bis 100.000 Euro) als auch bei der Umset­zung von Geschäfts­mo­del­len bis zur Markt­rei­fe (bis 3 Mio. Euro) geför­dert. Der mFUND wird damit zur Grund­la­ge eines neu­en inno­va­ti­ven
Öko­sys­tems für­Mo­bi­li­ty-Start-ups.

• Mit dem Klein­an­le­ger­schutz­ge­setz wur­de die Regu­lie­rung von Crowd-Finan­zie­run­gen für Finan­zie­run­gen bis zu 2,5 Mio. Euro groß­zü­gig und medi­en­bruch­frei gefasst. Die neue Anla­ge­ver­ord­nung für Ver­si­che­run­gen ver­mei­det zusätz­li­che Belas­tun­gen für Wag­nis­ka­pi­tal.

• Der INVEST-Zuschuss für Wag­nis­ka­pi­tal gewährt einen Zuschuss in Höhe von 20% der Inves­ti­tio­nen, der zudem steu­er­frei gestellt wur­de. Zudem erfolgt die Erstat­tung der Steu­er auf Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne.

• Die EXIST-För­de­rung für Grün­der­teams aus Hoch­schu­len wur­de ver­bes­sert. Außer­dem ist der Ger­man Acce­le­ra­tor für deut­sche Start­ups in den USA jetzt im Sili­con Val­ley, in New York und in Cam­bridge aktiv. Das För­der­pro­gramm ermög­licht es deut­schen Grün­dern, für eini­ge Mona­te ihr Geschäfts­mo­dell in Tech­no­lo­gie­zen­tren der USA wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

• Die Deut­sche Bör­se hat das Deut­sche Bör­se Ven­ture Net­work gestar­tet, mit dem Unter­neh­men an einen Bör­sen­gang her­an­ge­führt wer­den sol­len. Ende Sep­tem­ber 2016 ist das ers­te Unter­neh­men aus dem Ven­ture Net­work an die Bör­se gegan­gen und im Prime Stan­dard an der Frank­fur­ter Wert­pa­pier­bör­se notiert. Außer­dem hat die CDU/CSU Frak­ti­on immer dar­auf gedrängt, ein neu­es Bör­sen-Seg­ment für jun­ge Wachs­tums­un­ter­neh­men zu schaf­fen. Die­ses Ziel des Koali­ti­ons­ver­trags ist Rea­li­tät gewor­den. Die Deut­sche Bör­se hat im März 2017 das Wachs­tums­seg­ment Sca­le in den Markt gebracht, das in einem regu­lier­ten Markt den Zugang zu Inves­to­ren und Wachs­tums­ka­pi­tal für klei­ne­re und mitt­le­re Unter­neh­men ver­bes­sern soll.

• Der High-Tech-Grün­der­fonds III ist im Som­mer 2017 mit einem Volu­men von 245 Mil­lio­nen Euro gestar­tet. Zu den Inves­to­ren gehö­ren neben öffent­li­chen Part­nern wie dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie und der KfW der­zeit 26 Unter­neh­men aus Indus­trie und Wirt­schaft. Der High-Tech Grün­der­fonds III wird damit ab Herbst 2017 bis zu drei Mil­lio­nen Euro, in Aus­nah­me­fäl­len auch mehr Risi­ko­ka­pi­tal, pro Unter­neh­men inves­tie­ren.

Auf dem Weg in die Giga­bit-Gesell­schaft: Breit­band­aus­bau und Rah­men­be­din­gun­gen für die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on von mor­gen

Erst­ma­lig hat sich der Bund in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode mit ins­ge­samt 4,4 Mil­li­ar­den Euro für den Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur enga­giert. In 2.032 Fäl­len konn­te damit als Unter­stüt­zung der kom­mu­na­len Ent­schei­dungs­trä­ger vor Ort die Pla­nung von mög­li­chen zukünf­ti­gen Aus­bau­pro­jek­ten geför­dert wer­den. Ins­ge­samt sind als Aus­fluss die­ser Bera­tungs­för­de­rung mitt­ler­wei­le För­der­mit­tel für 545 kon­kre­te Aus­bau­pro­jek­te posi­tiv beschie­den wor­den. Damit wer­den bereits För­der­mit­tel in Höhe von 3,1 Mil­li­ar­den Euro gebun­den und ins­ge­samt Inves­ti­tio­nen in Höhe von 7 Mil­li­ar­den Euro aus­ge­löst. 94 % der Gesamt­in­ves­ti­tio­nen flie­ßen unmit­tel­bar in den Aus­bau von Glas­fa­se­rin­fra­struk­tu­ren. Von den Pro­jek­ten wer­den fast 2,4 Mil­lio­nen Haus­hal­te und rund 190.000 Unter­neh­men mit einer deut­lich bes­se­ren Inter­net­an­bin­dung pro­fi­tie­ren. Im Rah­men des Breit­band­för­der­pro­gramms gibt es Son­der­pro­gram­me für Gewer­be- und Indus­trie­ge­bie­te sowie Schu­len, die mit Glas­fa­ser­an­schlüs­sen ver­sorgt wer­den sol­len.

• Mit dem Digi­Netz-Gesetz (Gesetz zur Erleich­te­rung des Aus­baus digi­ta­ler Hoch­ge­schwin­dig­keits­net­ze) hat die Koali­ti­on den recht­li­chen Rah­men dafür geschaf­fen, dass die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter ihre Breit­band­aus­bau­kos­ten deut­lich sen­ken kön­nen und somit noch mehr Gebie­te erschlos­sen wer­den. Neben der so ermög­lich­ten Hebung von Syn­er­gi­en durch Mit­nut­zung vor­han­de­ner Infra­struk­tu­ren wer­den künf­tig in allen Neu­bau­ge­bie­ten und bei vie­len Ver­kehrs­pro­jek­ten gleich Glas­fa­ser­lei­tun­gen mit ver­legt.

• In vie­len Berei­chen kön­nen Inter­net-Nut­zer nun selbst auf Ihre IT Sicher­heit Ein­fluss neh­men, denn das Gesetz zur Rou­ter­frei­heit stärkt ihre Rech­te. Seit August 2016 haben alle Nut­zer die Mög­lich­keit, ein Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­end­ge­rät ihrer Wahl für ihren Anschluss zu nut­zen. Sie kön­nen also auf bes­se­re Qua­li­tät mit­mehr Sicher­heit zurück­grei­fen.

• Die Stö­rer­haf­tung für WLAN-Betrei­ber wur­de abge­schafft, so dass z.B. Betrei­ber von Hotels und Gas­tro­no­mi­en ihren Kun­den nun rechts­si­cher frei­es WLAN anbie­ten kön­nen. Sie set­zen sich nun nicht mehr dem­Ri­si­ko aus, mit Abmahn­kos­ten kon­fron­tiert zu wer­den, wenn Nut­zer ille­gal Inhal­te abru­fen. Damit gleich­zei­tig das geis­ti­ge Eigen­tum ange­mes­sen geschützt und euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben gewahrt blei­ben, erhal­ten Rech­te­inha­ber die Mög­lich­keit, im Ein­zel­fall Nut­zungs­sper­ren gegen WLAN-Betrei­ber zu erwir­ken, um die Wie­der­ho­lung einer kon­kre­ten Rechts­ver­let­zung zu ver­hin­dern, wenn der Rech­te­inha­ber kei­ne ande­re Mög­lich­keit hat, der Ver­let­zung sei­nes Rechts abzu­hel­fen und die Sperr­maß­nah­me zumut­bar und ver­hält­nis­mä­ßig ist. Schließ­lich wur­de klar­ge­stellt, dass WLAN­Be­trei­ber nicht von einer Behör­de ver­pflich­tet wer­den dür­fen, Nut­zer zu regis­trie­ren, ihr WLAN dau­er­haft nicht mehr anzu­bie­ten oder die Ein­ga­be eines Pass­worts zu ver­lan­gen. Auf frei­wil­li­ger Basis bleibt dies aber wei­ter­hin mög­lich.

• Durch die Verord­nung zur För­de­rung der Trans­pa­renz auf dem Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­markt pro­fi­tie­ren Ver­brau­cher von mehr Klar­heit bei ihren Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­trä­gen. Künf­tig erleich­tert ein ein­heit­lich gestal­te­tes Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt den Anbie­ter­ver­gleich. Außer­dem snd die Unter­neh­men ver­pflich­tet, ein
Mess­tool für die tat­säch­li­che Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit bereit­zu­stel­len. So kön­nen Kun­den vor Ver­trags­ab­schluss mit einem Blick erken­nen, mit wel­cher Daten­über­tra­gungs­ra­te sie rech­nen kön­nen – und sie gege­be­nen­falls unkom­pli­ziert nach­zu­prü­fen.

• Die 9. GWB-Novel­le passt den wett­be­werbs­po­li­ti­schen Ord­nungs­rah­men den Her­aus­for­de­run­gen der digi­ta­li­sier­ten Wirt­schaft an. So wer­den etwa für die Fest­stel­lung von Makt­macht zusätz­li­che Kri­te­ri­en wie Netz­werk­ef­fek­te, der Zugang zu wett­be­werbs­re­le­van­ten Daten, das Nut­zer­ver­hal­ten und inno­va­ti­ons­ge­trie­be­ner Wett­be­werbs­druck ein­ge­führt. Ein kar­tell­recht­lich rele­van­ter Markt kann nun auch dann vor­lie­gen, wenn eine Leis­tung ohne direk­te Gegen­leis­tung in Geld erbracht wird, wie dies auf soge­nann­ten mehr­sei­ti­gen Platt­form­märk­ten oft der Fall ist. Fer­ner wird eine Lücke in der Fusi­ons­kon­trol­le geschlos­sen, damit das Bun­des­kar­tell­amt künf­tig wirt­schaft­lich bedeu­ten­de Zusam­men­schlüs­se prü­fen kann, die bis­lang kon­troll­frei sind.

• Die Ände­rung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes im Som­mer 2016 hat einen dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zugang zum offe­nen Inter­net als zen­tra­les Prin­zip fest­ge­schrie­ben: Die Bun­des­netz­agen­tur kann nun, gege­be­nen­falls mit­tels Buß­gel­dern, die EU-weit gel­ten­den Vor­ga­ben zur Netz­neu­tra­li­tät durch­set­zen – und auf die­se Wei­se ein zen­tra­les Ele­ment für die Inno­va­ti­ons­kraft der Digi­tal­wirt­schaft sicher­stel­len.

E-Health, Inter­net-Insti­tut oder E-Mobi­li­ty: Rah­men­be­din­gun­gen für die Digi­ta­li­sie­rung in allen Poli­tik­be­rei­chen

• Das Deut­sche Inter­net-Insti­tut wird in Ber­lin von einem Kon­sor­ti­um aus fünf Hoch­schu­len und zwei außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen aus Ber­lin und Bran­den­burg gegrün­det. Das Kon­sor­ti­um besteht aus Frei­er Uni­ver­si­tät Ber­lin, Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin, Tech­ni­scher Uni­ver­si­tät Ber­lin, Uni­ver­si­tät der Küns­te Ber­lin, Uni­ver­si­tät Pots­dam, Fraun­ho­fer-FOKUS und dem Wis­sen­schafts­zen­trum Ber­lin für Sozi­al­for­schung als Koor­di­na­tor. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung stellt hier­für För­der­mit­tel in Höhe von bis zu 50 Mil­lio­nen Euro in den ers­ten fünf Jah­ren bereit. Das „Inter­net-Insti­tut für die ver­netz­te Gesell­schaft“ will die tief­grei­fen­den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se im digi­ta­len Wan­del und die Ver­än­de­run­gen der Gesell­schaft ana­ly­sie­ren und künf­ti­ge Hand­lungs­op­tio­nen skiz­zie­ren. Zudem för­dert das BMBF den Auf­bau
von zwei Big Data Kom­pe­tenz­zen­tren in Ber­lin und Dres­den.

• Der Bun­des­tag hat noch im Juni 2017 das Gesetz zur Ver­bes­se­rung der Rechts­durch­set­zung in sozia­len Netz­wer­ken (Netz­DG) ver­ab­schie­det, damit in sozia­len Netz­wer­ken die Per­sön­lich­keits­rech­te in Zukunft effek­ti­ver geschützt wer­den. Die Betrei­ber von Inter­net-Platt­for­men wer­den unter Andro­hung erheb­li­cher Buß­gel­der dazu gebracht, gemel­de­te straf­ba­re Inhal­te zu löschen.Wichtig war der Uni­ons­frak­ti­on bei die­sem­Vor­ha­ben, soge­nann­tes „Over­blocking“ zu ver­mei­den: die Anbie­ter sozia­ler Netz­wer­ke sol­len nicht aus Sor­ge vor Buß­gel­dern mehr Inhal­te löschen, als tat­säch­lich gebo­ten ist. Um„Overblocking“ zu ver­hin­dern, wur­de auf Betrei­ben der Uni­ons­frak­ti­on ein Sys­tem der regu­lier­ten Selbst­re­gu­lie­rung in das Netz­DG inte­griert. Ist sich ein Anbie­ter unsi­cher, ob ein Inhalt tat­säch­lich rechts­wid­rig ist, kann er die­sen Inhalt künf­tig zur Prü­fung an eine aner­kann­te, staats- und unter­neh­mens­fern orga­ni­sier­te Selbst­kon­troll­ein­rich­tung wei­ter­lei­ten. Vor­bild ist die bestehen­de Pra­xis beim Jugend­me­di­en­schutz.

• Deutsch­land ist welt­weit füh­rend bei den Rah­men­be­din­gun­gen zum zum auto­ma­ti­sier­ten Fah­ren beschlos­sen. Im Früh­jahr 2017 wur­de der Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes (StVG) beschlos­sen, das die Vor­aus­set­zun­gen regelt, unter denen sich Fah­rer hoch- bzw. voll­au­to­ma­ti­sier­ter Fahr­zeu­ge künf­tig vom Ver­kehrs­ge­sche­hen und der Fahr­zeug­steue­rung abwen­den kön­nen, um etwa Mails zu bear­bei­ten. Das Gesetz sieht dazu auch die Ver­wen­dung einer „Black­box“ vor, um klä­ren zu kön­nen, ob in einer bestimm­ten Fahr­si­tua­ti­on der Mensch oder die Maschi­ne die Fahr­zeug­steue­rung inne­hat­te.

• Das Gesetz für siche­re digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on und Anwen­dun­gen im Gesund­heits­we­sen („E-Health-Gesetz“) ver­wirk­licht das Poten­zi­al der Digi­ta­li­sie­rung auch im Gesund­heits­we­sen. Neben neu­en Anrei­zen für
nutz­brin­gen­de Anwen­dun­gen – wie digi­ta­le Not­fall­da­ten, Medi­ka­ti­ons­plä­ne und den eArzt­brief – stärkt das Gesetz die Tele­ma­tik-Infra­struk­tur als maß­geb­li­che siche­re Infra­struk­tur für das deut­sche Gesund­heits­we­sen. Außer­dem ver­bes­sert es die Teil­ha­be der Pati­en­ten an der neu­en Tech­no­lo­gie durch den Ein­stieg in die
ePa­ti­en­ten­ak­te und den Anspruch auf das Pati­en­ten­fach.

• Das Gesetz zur Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wen­de setzt den Start­schuss für die grund­le­gen­de Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wen­de. Im Zen­trum steht mit dem Smart-Meter-Gate­way die Ein­füh­rung einer neu­en Tech­no­lo­gie, die als siche­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form die Akteu­re der Ener­gie­wen­de sicher und effi­zi­ent mit­ein­an­der ver­bin­den wird. Die Daten­si­cher­heit für den Ver­brau­cher hat für uns obers­te Priorität.Mit dem vor­lie­gen­den Gesetz ist es gelun­gen ein Schutz­pro­fil zu ent­wi­ckeln, das höchs­te Daten­schutz- und Daten­si­cher­heits­stan­dards setzt. Die digi­ta­le Ener­gie­wen­de soll für den Ver­brau­cher bezahl­bar blei­ben. Preis­ober­gren­zen sor­gen für einen kos­ten­güns­ti­gen und ver­brau­cher­güns­ti­gen Aus­bau intel­li­gen­ter Mess­sys­te­me.

E-Government und IT-Sicher­heit: Büro­kra­tie­ab­bau und ein siche­rer und effi­zi­en­ter digi­ta­ler Staat

• Durch Ände­rung des Grund­ge­set­zes erhält der Bund mit dem neu­en Arti­kel 91c Absatz 5 GG eine aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz (gebun­den an die Zustim­mung des Bun­des­rats) zur Rege­lung des über­grei­fen­den infor­ma­ti­ons­tech­ni­schen Zugangs zu den Ver­wal­tungs­leis­tun­gen von Bund und Län­dern ein­schließ­lich der Kom­mu­nen. Ziel ist die Ver­bes­se­rung der Online-Ange­bo­te der Ver­wal­tun­gen von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen. Auf die­ser Grund­la­ge wird durch das Online­zu­gangs­ge­setz ein gemein­sa­mer Por­tal­ver­bund von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen ein­ge­rich­tet: Alle föde­ra­len Ebe­nen sind künf­tig ver­pflich­tet, alle Ver­wal­tungs­leis­tun­gen online anzu­bie­ten sowie bestimm­te Stan­dards für den rei­bungs­lo­sen und siche­ren Betrieb des gemein­sa­men Por­tal­ver­bun­des ein­zu­hal­ten. Zur Bün­de­lung und Ver­ein­fa­chung von Ver­wal­tungs­ser­vices auf Bun­des­ebe­ne und als Teil des Por­tal­ver­bun­des wird ein Ser­vice­por­tal Bund mit einem Bür­ger- und Unter­neh­mens­kon­to auf­ge­baut, das schritt­wei­se erwei­tert wird.

• Mit dem Ziel der kos­ten­lo­sen Bereit­stel­lung von maschi­nen­les­ba­ren Daten unter frei­er Lizenz hat der Deut­sche Bun­des­tag ein Open-Data-Gesetz für die unmit­tel­ba­re Bun­des­ver­wal­tung beschlos­sen. Beab­sich­tigt ist dar­in auch der Auf­bau einer Bera­tungs­stel­le.

• Als sub­stan­ti­el­ler Bei­trag zum Büro­kra­tie­ab­bau wur­den in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode fast 600 Schrift­form­er­for­der­nis­se abge­baut.

• Am 25.Mai 2016 ist die EU-Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung in Kraft getre­ten. Eines der Haupt­zie­le der Reform ist die EU-wei­te Har­mo­ni­sie­rung des Daten­schutz­rechts. Die Ver­ord­nung wird ab dem 25.Mai 2018 in allen Mit­glied­staa­ten unmit­tel­bar gel­ten. Bis dahin müs­sen die Mit­glied­staa­ten ihr jewei­li­ges natio­na­les Daten­schutz­recht an die Vor­ga­ben der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung anpas­sen. In Deutsch­land hat der Anpas­sungs­be­darf gesetz­li­che Ände­run­gen auf der Ebe­ne der Bun­des und der Lan­des­ge­setz­ge­bung
erfor­der­lich gemacht.

• Mit dem Gesetz zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Iden­ti­täts­nach­wei­ses wer­den der stär­ke­re Ein­satz und die ein­fa­che­re Nut­zung der Online-Aus­weis­funk­ti­on (eID-Funk­ti­on) des Per­so­nal­aus­wei­ses, u. a. bei der Nut­zung elek­tro­ni­scher Behör­den­diens­te, unter­stützt. Außer­dem schafft das Gesetz die Grund­la­ge für eine EU-wei­te Noti­fi­zie­rung der eID-Funk­ti­on als elek­tro­ni­sches Iden­ti­fi­zie­rungs­mit­tel, sodass die eID-Funk­ti­on mit­tel­fris­tig auch bei aus­län­di­schen Behör­den ein­ge­setzt wer­den kann.

• Mit dem IT-Sicher­heits­ge­setz ist nun der Schutz soge­nann­ter „kri­ti­scher Infra­struk­tu­ren“ – also Ein­rich­tun­gen, die für die Grund­ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung von zen­tra­ler Bedeu­tung sind – sicher­ge­stellt: Für die­se Berei­che gel­ten nun­mehr ein­heit­li­che Sicher­heits­stan­dards. Betrei­ber sind zum Bei­spiel ver­pflich­tet, ein Min­dest­ni­veau an IT-Sicher­heit ein­zu­hal­ten und IT Sicher­heits­vor­fäl­le zu mel­den. Der ers­te Teil der KRI­TIS-Ver­ord­nung zur Umset­zung des IT-Sicher­heits­ge­set­zes ist am3.Mai 2016 in Kraft getre­ten und betrifft Unter­neh­men aus den Sek­to­ren Ener­gie, Infor­ma­ti­ons­tech­nik und Telekommunikation,Wasser sowie Ernäh­rung. Der zwei­te Teil der KRI­TIS-Ver­ord­nung mit den Sek­to­ren Finan­zen, Trans­port und Ver­kehr sowie Gesund­heit wur­de im Juni 2017 im Bun­des­ka­bi­nett beschlossen.Mit dem IT-Sicher­heits­ge­setz soll aber auch die IT in Unter­neh­men, in der Ver­wal­tung sowie von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern bes­ser geschützt wer­den.
Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-anbie­ter wer­den ver­pflich­tet, IT-Sicher­heit „nach demStand der Tech­nik“ zu gewähr­leis­ten. Höhe­re Anfor­de­run­gen gel­ten nun auch nach dem TMG für Diens­te­an­bie­ter. Soweit sie IT-Sicher­heits­vor­fäl­le fest­stel­len, müs­sen sie ihre Kun­den nun außer­d­embe­nach­rich­ti­gen – und wenn mög­lich Lösungs­mög­lich­kei­ten auf­zei­gen. Die Bun­des­netz­agen­tur wacht als zustän­di­ge Auf­sichts­be­hör­de über die Ein­hal­tung der neu­en Vor­schrif­ten.

• Mit der Cyber-Sicher­heits­stra­te­gie 2016 hat die Bun­des­re­gie­rung eine Rei­he von Ein­zel­maß­nah­men beschlos­sen, die die IT-Sicher­heit in Deutsch­land ver­bes­sern soll. Dazu gehö­ren etwa die ver­bes­ser­te Zusam­men­ar­beit von Wirt­schaft und Staat und effek­ti­ve­re Straf­ver­fol­gung imIn­ter­net. Wesent­li­cher Bestand­teil zum Nut­zen von Wirt­schaft und Bevöl­ke­rung sind auch die vor­ge­se­hen Ein­satz­teams, die in Not­fäl­len kurz­fris­tig zum Ein­satz kom­men kön­nen.

• Um die Kom­pe­tenz für IT-Sicher­heit wei­ter zu stär­ken, wur­den die Auf­ga­ben und Befug­nis­se des Bun­des­amts für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) ver­grö­ßert. Damit das BSI den gewach­se­nen Ansprü­chen gerecht wer­den kann, hat die Bun­des­re­gie­rung zusätz­li­ches Geld und Per­so­nal zuge­si­chert. Zusätz­lich wird der­zeit bereits das Natio­na­le Cyber­ab­wehr­zen­trum zu einem Kri­sen­re­ak­ti­ons­zen­trum aus­ge­baut, das Infor­ma­tio­nen zur Cyber-Sicher­heits­la­ge in Deutsch­land zusam­men­führt.

• Die Bun­des­re­gie­rung hat das For­schungs­rah­men­pro­gramm für IT Sicher­heit „Selbst­be­stimmt und sicher in der digi­ta­len Welt“ beschlos­sen. Unter Feder­füh­rung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung (BMBF) bün­delt das Pro­gramm erst­mals res­sort­über­grei­fend Akti­vi­tä­ten zur IT-Sicher­heits­for­schung und för­dert damit die Ent­wick­lung siche­rer, inno­va­ti­ver Lösun­gen für den IT-Bereich der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, der Wirt­schaft und des Staa­tes. Das Pro­gramm umfasst bis zum Jahr 2020 rund 180 Mil­lio­nen Euro. Das BMBF för­dert die Digi­ta­li­sie­rung zudemu.a. auch mit dem For­schungs­rah­men­pro­gramm „Mikro­elek­tro­nik aus Deutsch­land – Inno­va­ti­ons­trei­ber der Digi­ta­li­sie­rung“. Im Rah­men die­ses Pro­gramms, das die for­schungs­in­ten­si­ve Mikro­elek­tro­nik als deut­sche Schlüs­sel­tech­no­lo­gie und wich­ti­gen Indus­trie­zweig stär­ken soll, ste­hen bis 2020 rund 400 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung.

Bild © Jens Koep­pen

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