Mehr Pflegebedürftige erhalten Leistungen

Mehr Pflegebedürftige erhalten Leistungen

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Drei Pflegestärkungsgesetze haben einen deutlichen Ausbau der Leistungen in der Pflege nach sich gezogen.

Durch die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs zum 1. Januar 2017 hat auch die Zahl der Leistungsempfänger erheblich zugenommen – um 250.000 im Vergleich zum Vorjahr.

Seit 1. Januar 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Im Mittelpunkt steht der tatsächliche Unterstützungsbedarf, gemessen am Grad der Selbständigkeit. Dies ist unabhängig davon, ob jemand an einer geistigen oder körperlichen Einschränkung leidet. So passen die Leistungen genauer auf die persönliche Situation. Mit dem neuen Begutachtungssystem wurden aus den bisherigen drei Pflegestufen fünf Pflegegrade. Insgesamt haben die drei Pflegestärkungsgesetze, die in der letzten Wahlperiode beschlossen wurden, zu einem Ausbau des Leistungsvolumens um mehr als 20 Prozent geführt – das sind gut fünf Milliarden Euro jährlich.

Von Januar bis Oktober 2017 haben die MDK-Gutachter über 1,27 Millionen Versicherte nach dem neuen Verfahren begutachtet. Bei 1.098.839 Versicherten empfahlen die Gutachter einen der fünf Pflegegrade. 659.822 dieser Versicherten haben erstmals Leistungen erhalten, die sich folgendermaßen auf die einzelnen Pflegegrade verteilen:

Gesamtzahl der begutachteten Personen: 1.267.888
davon nicht pflegebedürftig: 169.094 (13,3 %)
davon Pflegegrad I 221.556 (17,5 %)
davon Pflegegrad II 369.514 (29.1 %)
davon Pflegegrad III 277.028 (21,8 %)
davon Pflegegrad IV 159.651 (12,6 %)
davon Pflegegrad V 71.090 (5,6 %)

Darüber hinaus wurden in den ersten Monaten dieses Jahres zusätzlich über 268.000 Versicherte nach dem alten Verfahren begutachtet, die dann automatisch in einen der fünf Pflegegrade übergeleitet wurden. Dabei handelt es sich um Personen, die vor dem 1. Januar 2017 einen Antrag gestellt hatten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden in diesem Jahr rund 250.000 zusätzliche Leistungsempfänger neu anerkannt.

Hintergrund:

Pflegebedürftige müssen die Leistungen bei ihrer Krankenkasse beantragen, denn bei dieser ist zugleich die Pflegekasse angesiedelt. Daraufhin stellen der Medizinische Dienst oder andere unabhängige Gutachterinnen und Gutachter fest, was die pflegebedürftige Person selbstständig kann und was nicht. Auf dieser Basis wiederum erfolgt die Einstufung in einen Pflegegrad. Alle Versicherten haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Für gesetzlich Versicherte sind die Pflegekassen zuständig. Auch pflegende Angehörige und weitere Personen, zum Beispiel ehrenamtliche Pflegepersonen, haben einen eigenständigen Anspruch auf Pflegeberatung. Voraussetzung ist, dass der oder die Pflegebedürftige zustimmt.

Bild © Jens Koeppen

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