Mehr Pfle­ge­be­dürf­ti­ge erhal­ten Leis­tun­gen

Drei wei­te­re Mit­tel­stand 4.0-Kompetenzzentren neh­men Arbeit auf
28. Dezember 2017
Abge­ord­ne­ten­ent­schä­di­gung bleibt an Ent­wick­lung der Löh­ne gekop­pelt
28. Dezember 2017

Mehr Pfle­ge­be­dürf­ti­ge erhal­ten Leis­tun­gen

Drei Pfle­ge­stär­kungs­ge­set­ze haben einen deut­li­chen Aus­bau der Leis­tun­gen in der Pfle­ge nach sich gezo­gen.

Durch die Ein­füh­rung eines neu­en Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griffs zum 1. Janu­ar 2017 hat auch die Zahl der Leis­tungs­emp­fän­ger erheb­lich zuge­nom­men – um 250.000 im Ver­gleich zum Vor­jahr.

Seit 1. Janu­ar 2017 gilt ein neu­er Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griff. Im Mit­tel­punkt steht der tat­säch­li­che Unter­stüt­zungs­be­darf, gemes­sen am Grad der Selb­stän­dig­keit. Dies ist unab­hän­gig davon, ob jemand an einer geis­ti­gen oder kör­per­li­chen Ein­schrän­kung lei­det. So pas­sen die Leis­tun­gen genau­er auf die per­sön­li­che Situa­ti­on. Mit dem neu­en Begut­ach­tungs­sys­tem wur­den aus den bis­he­ri­gen drei Pfle­ge­stu­fen fünf Pfle­ge­gra­de. Ins­ge­samt haben die drei Pfle­ge­stär­kungs­ge­set­ze, die in der letz­ten Wahl­pe­ri­ode beschlos­sen wur­den, zu einem Aus­bau des Leis­tungs­vo­lu­mens um mehr als 20 Pro­zent geführt – das sind gut fünf Mil­li­ar­den Euro jähr­lich.

Von Janu­ar bis Okto­ber 2017 haben die MDK-Gut­ach­ter über 1,27 Mil­lio­nen Ver­si­cher­te nach dem neu­en Ver­fah­ren begut­ach­tet. Bei 1.098.839 Ver­si­cher­ten emp­fah­len die Gut­ach­ter einen der fünf Pfle­ge­gra­de. 659.822 die­ser Ver­si­cher­ten haben erst­mals Leis­tun­gen erhal­ten, die sich fol­gen­der­ma­ßen auf die ein­zel­nen Pfle­ge­gra­de ver­tei­len:

Gesamt­zahl der begut­ach­te­ten Per­so­nen: 1.267.888
davon nicht pfle­ge­be­dürf­tig: 169.094 (13,3 %)
davon Pfle­ge­grad I 221.556 (17,5 %)
davon Pfle­ge­grad II 369.514 (29.1 %)
davon Pfle­ge­grad III 277.028 (21,8 %)
davon Pfle­ge­grad IV 159.651 (12,6 %)
davon Pfle­ge­grad V 71.090 (5,6 %)

Dar­über hin­aus wur­den in den ers­ten Mona­ten die­ses Jah­res zusätz­lich über 268.000 Ver­si­cher­te nach dem alten Ver­fah­ren begut­ach­tet, die dann auto­ma­tisch in einen der fünf Pfle­ge­gra­de über­ge­lei­tet wur­den. Dabei han­delt es sich um Per­so­nen, die vor dem 1. Janu­ar 2017 einen Antrag gestellt hat­ten. Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum wur­den in die­sem Jahr rund 250.000 zusätz­li­che Leis­tungs­emp­fän­ger neu aner­kannt.

Hin­ter­grund:

Pfle­ge­be­dürf­ti­ge müs­sen die Leis­tun­gen bei ihrer Kran­ken­kas­se bean­tra­gen, denn bei die­ser ist zugleich die Pfle­ge­kas­se ange­sie­delt. Dar­auf­hin stel­len der Medi­zi­ni­sche Dienst oder ande­re unab­hän­gi­ge Gut­ach­te­rin­nen und Gut­ach­ter fest, was die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son selbst­stän­dig kann und was nicht. Auf die­ser Basis wie­der­um erfolgt die Ein­stu­fung in einen Pfle­ge­grad. Alle Ver­si­cher­ten haben einen gesetz­li­chen Anspruch auf Pfle­ge­be­ra­tung. Für gesetz­lich Ver­si­cher­te sind die Pfle­ge­kas­sen zustän­dig. Auch pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge und wei­te­re Per­so­nen, zum Bei­spiel ehren­amt­li­che Pfle­ge­per­so­nen, haben einen eigen­stän­di­gen Anspruch auf Pfle­ge­be­ra­tung. Vor­aus­set­zung ist, dass der oder die Pfle­ge­be­dürf­ti­ge zustimmt.

Bild © Jens Koep­pen

dru­cken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.