Neu­re­ge­lun­gen im Jahr 2018 im Bereich Gesund­heit

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Neu­re­ge­lun­gen im Jahr 2018 im Bereich Gesund­heit

Zum 1. Janu­ar 2018 tre­ten im Bereich des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums eini­ge Ände­run­gen in Kraft. Hier erhal­ten Sie dazu einen Über­blick:

1. Neu­es Bei­trags­be­mes­sungs­ver­fah­ren für frei­wil­lig Ver­si­cher­te

Ein neu­es Bei­trags­be­mes­sungs­ver­fah­ren für frei­wil­lig Ver­si­cher­te soll ab 1. Janu­ar 2018 dafür sor­gen, dass sich die Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge Selbst­stän­di­ger stär­ker an den tat­säch­lich erziel­ten Ein­nah­men ori­en­tie­ren. Die Bei­trags­be­mes­sung erfolgt in Bezug auf das Arbeits­ein­kom­men und gege­be­nen­falls ande­rer star­ken Schwan­kun­gen unter­wor­fe­nen bei­trags­pflich­ti­gen Ein­nah­men zunächst vor­läu­fig auf­grund des zuletzt erlas­se­nen Ein­kom­men­steu­er­be­scheids. Nach Vor­la­ge des Ein­kom­men­steu­er­be­scheids für das Kalen­der­jahr, für das die Bei­trä­ge zu zah­len sind, erfolgt die end­gül­ti­ge Bei­trags­fest­set­zung für die­ses Kalen­der­jahr rück­wir­kend ent­spre­chend der tat­säch­lich erziel­ten bei­trags­pflich­ti­gen Ein­nah­men im Rah­men der bestehen­den Min­dest­be­mes­sungs­grund­la­gen und der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze. Die erneu­te vor­läu­fi­ge Fest­set­zung der Bei­trä­ge für die Zukunft erfolgt auf­grund des nun­mehr vor­lie­gen­den, zuletzt erlas­se­nen Ein­kom­men­steu­er­be­scheids (eben­falls im Rah­men der bestehen­den Min­dest­be­mes­sungs­grund­la­gen und Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze). Das neue Ver­fah­ren zur Bei­trags­be­mes­sung wur­de mit dem Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gungs­ge­setz (HHVG) beschlos­sen.

2. Sai­son­ar­bei­ter-Rege­lung

Für Per­so­nen wie Sai­son­ar­bei­ter, die typi­scher­wei­se nach dem Ende ihrer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung in ihr Hei­mat­land zurück­keh­ren und dann nicht mehr dem deut­schen Sozi­al­recht unter­lie­gen, kann ab dem 1. Janu­ar 2018 ohne ihr Zutun eine frei­wil­li­ge Mit­glied­schaft in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung nicht mehr begrün­det wer­den. Für Sai­son­ar­beit­neh­mer dür­fen die Kran­ken­kas­sen künf­tig eine obli­ga­to­ri­sche Anschluss­ver­si­che­rung erst dann durch­füh­ren, wenn das Mit­glied inner­halb von 3 Mona­ten nach dem Ende sei­ner Beschäf­ti­gung sei­nen aus­drück­li­chen Bei­tritt zur gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung erklärt und sei­nen Wohn­sitz inner­halb Deutsch­lands nach­weist. Gleich­zei­tig wird eine geson­der­te Kenn­zeich­nung „Sai­son­ar­beit­neh­mer“ ein­ge­führt, die von den Arbeit­ge­bern an die Kran­ken­kas­sen gemel­det wird, damit die betrof­fe­nen Mit­glie­der ohne grö­ße­ren Ver­wal­tungs­auf­wand iden­ti­fi­ziert wer­den kön­nen. Die Rege­lun­gen wur­den mit dem Gesetz zur Fort­schrei­bung der Vor­schrif­ten für Blut- und Gewe­be­zu­be­rei­tun­gen und zur Ände­rung ande­rer Vor­schrif­ten beschlos­sen.

3. Früh­erken­nung von Bau­cha­or­ten­an­eu­rys­men

Gesetz­lich ver­si­cher­te Män­ner im Alter ab 65 Jah­ren kön­nen künf­tig ein­mal im Leben eine Ultra­schall-Unter­su­chung zur Früh­erken­nung eines Aneu­rys­mas der Bau­cha­or­ta (Aus­buch­tung der Bauch­schlag­ader) in Anspruch neh­men. Die Ver­gü­tungs­re­ge­lung hat der Bewer­tungs­aus­schuss nun beschlos­sen. Die neue Scree­ning-Leis­tung kann zum 1. Janu­ar 2018 u.a. von Haus­ärz­ten abge­rech­net wer­den, sofern sie über eine Geneh­mi­gung ihrer Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung ver­fü­gen. Die neue Unter­su­chung wur­de vom Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss ein­ge­führt. Sie wird nur Män­nern ange­bo­ten, weil die­se wesent­lich häu­fi­ger von einem Bau­cha­or­ten­an­eu­rys­ma betrof­fen sind als Frau­en.

4. Wei­ter­ent­wick­lung der Kran­ken­haus­sta­tis­tik

Die amt­li­che Kran­ken­haus­sta­tis­tik des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes ist eine wesent­li­che Grund­la­ge für gesund­heits­po­li­ti­sche Pla­nun­gen und Ent­schei­dun­gen im Zusam­men­hang mit den von den Kran­ken­häu­sern erbrach­ten Leis­tun­gen. Durch die Kran­ken­haus­sta­tis­tik-Ände­rungs­ver­ord­nung wird die­se Daten­ba­sis ab 2018 wei­ter­ent­wi­ckelt. Wäh­rend auf man­che Erhe­bun­gen ver­zich­tet wird, ent­steht durch die Erfas­sung ande­rer Merk­ma­le, wie zum Bei­spiel die Erfas­sung ambu­lan­ter Leis­tun­gen, ein zusätz­li­cher Infor­ma­ti­ons­ge­winn. Zum Ende des Jah­res 2019 wer­den ers­te Ergeb­nis­se der amt­li­chen Kran­ken­haus­sta­tis­tik auf Grund­la­ge der neu­en Erhe­bun­gen vor­lie­gen.

5. Durch­schnitt­li­cher Zusatz­bei­trags­satz

Der vom BMG fest­ge­setz­te durch­schnitt­li­che Zusatz­bei­trags­satz in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) für das Jahr 2018 wird auf 1,0 Pro­zent (2017: 1,1 Pro­zent) abge­senkt. Sei­ne Höhe wird jähr­lich aus der Dif­fe­renz der vom Schät­zer­kreis pro­gnos­ti­zier­ten Ein­nah­men und Aus­ga­ben der GKV im kom­men­den Jahr errech­net. Wie hoch der indi­vi­du­el­le Zusatz­bei­trags­satz einer Kran­ken­kas­se für ihre Mit­glie­der tat­säch­lich aus­fällt, legt die jewei­li­ge Kran­ken­kas­se selbst fest. Er rich­tet sich unter ande­rem danach, wie wirt­schaft­lich eine Kran­ken­kas­se arbei­tet, über wel­che Finanz­re­ser­ven sie ver­fügt und wel­che wei­te­ren Leis­tun­gen sie anbie­tet. Erhöht eine Kran­ken­kas­se ihren kas­sen­in­di­vi­du­el­len Zusatz­bei­trag, haben die Mit­glie­der ein Son­der­kün­di­gungs­recht und kön­nen in eine ande­re Kran­ken­kas­se wech­seln. Eine Über­sicht
über die jeweils aktu­el­le Höhe der kas­sen­in­di­vi­du­el­len Zusatz­bei­trä­ge ist auf der Sei­te des GKV Spit­zen­ver­ban­des abruf­bar.

6. Rechen­grö­ßen für die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung und die sozia­le Pfle­ge­ver­si­che­rung

• Die Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze (Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze) der GKV steigt auf jähr­lich 59.400 Euro (2017: 57.600 Euro).

• Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze der GKV steigt auf jähr­lich 53.100 Euro (2017: 52.200 Euro) bzw. auf monat­lich 4.425 Euro (2017: 4.350 Euro).

• Die Bezugs­grö­ße, die für vie­le Wer­te in der Sozi­al­ver­si­che­rung wich­tig ist, etwa für die Fest­set­zung der Min­dest­bei­trags­be­mes­sungs­grund­la­gen für frei­wil­li­ge Mit­glie­der in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung, erhöht sich auf 3.045 Euro monat­lich in den alten Bun­des­län­dern und auf 2.695 Euro in den neu­en Bun­des­län­dern. (2017: 2.975 Euro/2.660 Euro).

Bild © Jens Koep­pen

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