Öko­strom­um­la­ge-Umla­ge sinkt leicht

Offe­ner Brief von Jens Koep­pen MdB
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Regel­werk zur Migra­ti­on
26. Oktober 2017

Öko­strom­um­la­ge-Umla­ge sinkt leicht

Die Öko­strom-Umla­ge fällt im kom­men­den Jahr etwas gerin­ger aus: Sie beträgt dann 6,792 Cent pro Kilo­watt­stun­de. Im Ver­gleich zu die­sem Jahr sinkt die Umla­ge für Strom aus Wind­kraft und Son­ne um 1,3 Pro­zent. Das haben die Netz­be­trei­ber 50Hertz, Ampri­on, Ten­net und Trans­netBW mit­ge­teilt. Die Umla­ge zur För­de­rung der Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en geht damit erst zum zwei­ten Mal seit der Ein­füh­rung im Jahr 1998 zurück. Der Rück­gang ist aller­dings so gering, dass sich Haus­halts­kun­den kaum Hoff­nun­gen auf fal­len­de Strom­prei­se machen kön­nen.

Die EEG-Umla­ge wird als Dif­fe­renz zwi­schen dem Preis, den Erzeu­ger für ihren Strom bekom­men, und den garan­tier­ten Abnah­me­prei­sen für Öko­strom berech­net. Je nied­ri­ger der Bör­sen­preis, den Ener­gie­kon­zer­ne zah­len müs­sen, des­to höher die Umla­ge.

Um die Höhe der EEG-Umla­ge fest­zu­le­gen, schät­zen die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber, wel­che Ein­nah­men und Aus­ga­ben sich für sie für das fol­gen­de Jahr erge­ben: wie viel Geld sie vor­aus­sicht­lich im dar­auf fol­gen­den Jahr an die Erzeu­ger von Öko­strom zah­len müs­sen und wel­che Sum­me sie für die­se Ener­gie an der Strom­bör­se bekom­men. Auf der Grund­la­ge des Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Geset­zes (EEG) und der Aus­gleichs­me­cha­nis­mus-Ver­ord­nung legen die Netz­be­trei­ber die Umla­ge fest und ver­öf­fent­li­chen sie dann Mit­te Okto­ber.

Haupt­kos­ten­trei­ber sind soge­nann­te netz­sta­bi­li­sie­ren­de Maß­nah­men. Sie sind nötig, weil immer mehr Wind- und Son­nen­strom ins Netz drängt. Die Strom­erzeu­gung aus die­sen Quel­len ist nur schwer kal­ku­lier­bar und erfor­dert kos­ten­träch­ti­ge Aus­gleichs­maß­nah­men. Immer wie­der müs­sen die Unter­neh­men in den lau­fen­den Netz­be­trieb ein­grei­fen, Reser­ve­kraft­wer­ke ein­schal­ten und Wind­parks abre­geln. Allein im ver­gan­ge­nen Jahr hat Ten­net für netz­sta­bi­li­sie­ren­de Maß­nah­men 660 Mil­lio­nen Euro aus­ge­ge­ben. Im ers­ten Halb­jahr 2017 ist der Auf­wand für netz­sta­bi­li­sie­ren­de Maß­nah­men noch ein­mal deut­lich gestie­gen. Zur­zeit ste­hen sie für 60 Pro­zent der Netz­ent­gel­te, 25 Pro­zent ent­fal­len auf Inves­ti­tio­nen für den Netz­aus­bau. Laut Ener­gie­wen­de-Index der Fir­ma McK­in­sey haben sich die Kos­ten für netz­sta­bi­li­sie­ren­de Maß­nah­men seit 2014 auf nun­mehr 7,34 Euro pro Mega­watt­stun­de ver­dop­pelt.

Bei ihrer Ein­füh­rung vor 17 Jah­ren betrug die Umla­ge, die die Ver­brau­cher über die Strom­rech­nung bezah­len, 0,19 Cent pro Kilo­watt­stun­de Strom. Seit­her stieg sie von Jahr zu Jahr. Beson­ders hoch fie­len die Anstie­ge von 2010 auf 2011 und von 2012 auf 2013 aus. Des­halb hat die Bun­des­re­gie­rung das EEG im Jahr 2014 novel­liert. So sank die Umla­ge 2015 erst­mals, und zwar von 6,24 Cent auf 6,17 Cent. 2016 betrug sie 6,35 Cent pro Kilo­watt­stun­de, im lau­fen­den Jahr 6,88 Cent.

Durch das EEG 2017 wird die Ver­gü­tung für den erneu­er­ba­ren Strom nicht wie bis­her staat­lich fest­ge­legt, son­dern durch Aus­schrei­bun­gen am Markt ermit­telt. Ende Juni hat der Bun­des­tag die schritt­wei­se, bun­des­wei­te Ver­ein­heit­li­chung der Über­tra­gungs­netz­ent­gel­te beschlos­sen. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Bri­git­te Zypries erklär­te: „Die Reform der Netz­ent­gel­te ver­rin­gert regio­na­le Unter­schie­de und schafft mehr Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit. Für die Akzep­tanz des Pro­jekts Ener­gie­wen­de ist eine fai­re Ver­tei­lung auf alle Schul­tern ent­schei­dend.“

Bild © Jens Koep­pen

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