Poli­tik für länd­li­che Räu­me – Sach­ver­stän­di­ge über­rei­chen Emp­feh­lun­gen

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Poli­tik für länd­li­che Räu­me – Sach­ver­stän­di­ge über­rei­chen Emp­feh­lun­gen

Wie soll­te eine künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung Poli­tik für länd­li­che Räu­me gestal­ten? Der Sach­ver­stän­di­gen­rat Länd­li­che Ent­wick­lung (SRLE) beim BMEL hat hier­zu Emp­feh­lun­gen for­mu­liert. Das zwölf Mit­glie­der star­ke SRLE-Gre­mi­um unter Vor­sitz von Pro­fes­sor Dr. Hen­ne­ke hat in sei­ner Stel­lung­nah­me mit dem Titel „Wei­ter­ent­wick­lung der Poli­tik für länd­li­che Räu­me in der 19. Legis­la­tur­pe­ri­ode“ acht Kern­emp­feh­lun­gen an den Bund for­mu­liert. Die­se zie­len dar­auf, länd­li­che Räu­me in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode ver­stärkt in den Blick der Bun­des­po­li­tik zu neh­men. So emp­fiehlt das Gre­mi­um dem Bund u.a., die „kla­re Zustän­dig­keit eines Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für die Bün­de­lung aller wesent­li­chen Belan­ge, die länd­li­che Räu­me auf Bun­des­ebe­ne tref­fen, z.B. eines Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Länd­li­che Räu­me, Ernäh­rung und Land­wirt­schaft“ zu schaf­fen.

Einen beson­de­ren Fokus legt das Gre­mi­um auf die Wirt­schafts­kraft und Daseins­vor­sor­ge in länd­li­chen Räu­men. Um Deutsch­lands länd­li­che Räu­me als Wirt­schafts­stand­ort vor­an­zu­brin­gen, emp­feh­len die Sach­ver­stän­di­gen u.a. den Abbau von Stan­dards und Dere­gu­lie­rung ins­be­son­de­re für klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men sowie die Erwei­te­rung der Gemein­schafts­auf­ga­be zur Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur und des Küs­ten­schut­zes (GAK) hin zu einer finan­zi­ell gestärk­ten Gemein­schafts­auf­ga­be Länd­li­che Ent­wick­lung. Zudem spre­chen sich die SRLE-Mit­glie­der für eine natio­na­le Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie für länd­li­che Räu­me aus. Gemein­wohl­leis­tun­gen der Land­nut­zung soll­ten nach Ansicht der Sach­ver­stän­di­gen stär­ker hono­riert wer­den.

Ohne die Men­schen am Ort kann auch eine noch so enga­gier­te Poli­tik wenig bewir­ken. Bür­ger­schaft­li­ches und ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment sowie ein gesun­des Ver­eins­le­ben sind die Stüt­zen funk­ti­ons­fä­hi­ger länd­li­cher Räu­me. Dem tra­gen auch die Sach­ver­stän­di­gen Rech­nung. Um bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment zu för­dern, emp­feh­len sie dem Bund bei­spiels­wei­se das Haf­tungs- und Steu­er­recht so zu gestal­ten, dass die Arbeit gemein­nüt­zi­ger Ver­ei­ne deut­lich erleich­tert wird. Es gel­te zudem För­der­mög­lich­kei­ten fle­xi­bler zu gestal­ten und „Anlauf­stel­len zur Koor­di­na­ti­on, Bera­tung und Unter­stüt­zung von Netz­werk­bil­dung zu för­dern“.

Hin­ter­grund:

Zur Opti­mie­rung der Poli­tik für die länd­li­chen Räu­me hat das BMEL in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren wich­ti­ge Ände­run­gen vor­ge­nom­men. So hat es Struk­tu­ren zur bes­se­ren Zusam­men­ar­beit und Koor­di­nie­rung geschaf­fen, indem bei­spiels­wei­se auf Ebe­ne der Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tä­re der „Arbeits­stab Länd­li­che Ent­wick­lung“ gebil­det und im BMEL eine Abtei­lung für Länd­li­che Räu­me geschaf­fen wur­de.

Das Minis­te­ri­um hat zudem die För­der­mög­lich­kei­ten aus­ge­baut, die Men­schen vor Ort stär­ker ein­ge­bun­den und in ihrem Ein­satz gestützt (u.a. wur­de die Gemein­schafts­auf­ga­be „Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur und des Küs­ten­schut­zes“ in Rich­tung einer umfas­sen­den Dorf­ent­wick­lung moder­ni­siert; das 2015 mit zehn Mil­lio­nen Euro gestar­te­te Bun­des­pro­gramm Länd­li­che Ent­wick­lung (BULE) wur­de auf 55 Mil­lio­nen Euro auf­ge­stockt). Teil der Stra­te­gie der Ein­bin­dung des Sach­ver­stan­des vor Ort war auch die Beru­fung des

Sach­ver­stän­di­gen­rats Länd­li­che Ent­wick­lung; er setzt sich aus zwölf Per­sön­lich­kei­ten zusam­men, die auf­grund ihrer ehren­amt­li­chen bzw. beruf­li­chen Tätig­kei­ten oder Funk­ti­on über beson­de­re Erfah­run­gen mit
Blick auf die Ent­wick­lung länd­li­cher Regio­nen ver­fü­gen. Die Exper­ten beglei­ten die Poli­tik des BMEL im Bereich der länd­li­chen Ent­wick­lung und geben Stel­lung­nah­men, Ein­schät­zun­gen und Emp­feh­lun­gen ab. Mit der Stel­lung­nah­me „Wei­ter­ent­wick­lung der Poli­tik für länd­li­che Räu­me in der 19. Legis­la­tur­pe­ri­ode“ hat der SRLE sei­ne nun­mehr drit­te Stel­lung­nah­me vor­ge­legt.

Bild © Jens Koep­pen

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