Ren­ten stei­gen zum 1. Juli erneut deut­lich

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Ren­ten stei­gen zum 1. Juli erneut deut­lich

Nach den nun vor­lie­gen­den Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes und der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund steht die Ren­ten­an­pas­sung zum 1. Juli 2018 fest: In West­deutsch­land steigt die Ren­te um 3,22 Pro­zent, in den neu­en Län­dern um 3,37 Pro­zent. Der aktu­el­le Ren­ten­wert (Ost) steigt damit auf 95,8 Pro­zent des aktu­el­len Ren­ten­werts West (bis­her: 95,7 Pro­zent).

Grund­la­ge der Ren­ten­an­pas­sung ist die Lohn­ent­wick­lung. Neu in der dies­jäh­ri­gen Anpas­sung ist, dass in die­sem Jahr für die neu­en Bun­des­län­der die Rege­lun­gen des Ren­ten­über­lei­tungs­ab­schluss­ge­set­zes grei­fen, wonach der aktu­el­le Ren­ten­wert (Ost) min­des­tens so anzu­pas­sen ist, dass er 95,8 Pro­zent des West­werts erreicht. Kommt es unter Berück­sich­ti­gung der Lohn­ent­wick­lung in den neu­en Län­dern in der Anpas­sungs­for­mel jedoch zu einem güns­ti­ge­ren Ergeb­nis, wird die­ses ange­wen­det. Das ist in die­sem Jahr der Fall, denn der mit der Lohn­ent­wick­lung berech­ne­te aktu­el­le Ren­ten­wert (Ost) fällt um einen Cent höher aus.

Mit dem Ren­ten­über­lei­tungs­ab­schluss­ge­setz wur­de gere­gelt, dass der aktu­el­le Ren­ten­wert (Ost) spä­tes­tens am 1. Juli 2024 100 Pro­zent errei­chen wird, so dass ab dann in ganz Deutsch­land ein ein­heit­li­cher aktu­el­ler Ren­ten­wert gel­ten wird. Sofern die Lohn­ent­wick­lung in den neu­en Län­dern posi­ti­ver aus­fällt, könn­te dies aber schon frü­her der Fall sein. Stei­gen­de Löh­ne und ein hoher Beschäf­ti­gungs­stand sor­gen wei­ter­hin für eine gute Finanz­la­ge der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Die gesetz­li­che Ren­te bleibt dadurch ein soli­des Fun­da­ment der Alters­si­che­rung in Deutsch­land. Die für die Ren­ten­an­pas­sung rele­van­te Lohn­stei­ge­rung beträgt 2,93 Pro­zent in den alten Län­dern und 3,06 Pro­zent in den neu­en Län­dern.

Sie basiert auf der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt gemel­de­ten Lohn­ent­wick­lung nach den volks­wirt­schaft­li­chen Gesamt­rech­nun­gen (VGR), wobei der Ein­fluss der Arbeits­ge­le­gen­hei­ten mit Ent­schä­di­gun­gen für Mehr­auf­wen­dun­gen („Ein-Euro-Jobs“) außer Acht bleibt. Dar­über hin­aus wird die bei­trags­pflich­ti­ge Ent­gelt­ent­wick­lung der Ver­si­cher­ten berück­sich­tigt, die für die Ein­nah­men­si­tua­ti­on der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ent­schei­dend ist.

Neben der Lohn­ent­wick­lung wird durch den Nach­hal­tig­keits­fak­tor die Ent­wick­lung des zah­len­mä­ßi­gen Ver­hält­nis­ses von Ren­ten­be­zie­hen­den zu Bei­trags­zah­len­den bei der Anpas­sung der Ren­ten berück­sich­tigt. In die­sem Jahr wirkt sich der Nach­hal­tig­keits­fak­tor mit +0,29 Pro­zent­punk­ten posi­tiv auf die Ren­ten­an­pas­sung aus. Außer­dem wird durch den so genann­ten Fak­tor Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen die Ver­än­de­rung der Auf­wen­dun­gen der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer beim Auf­bau ihrer Alters­vor­sor­ge auf die Anpas­sung der Ren­ten über­tra­gen. Da sich der Bei­trags­satz in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung 2017 jedoch nicht ver­än­dert hat und die soge­nann­te „Ries­ter-Trep­pe“ bereits 2013 letzt­mals zur Anwen­dung kam, wirkt sich der Fak­tor Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen in die­sem Jahr nicht auf die Ren­ten­an­pas­sung aus. Auf Basis der vor­lie­gen­den Daten ergibt sich damit ab dem 1. Juli 2018 eine Anhe­bung des aktu­el­len Ren­ten­werts von gegen­wär­tig 31,03 Euro auf 32,03 Euro und eine Anhe­bung des aktu­el­len Ren­ten­werts (Ost) von gegen­wär­tig 29,69 Euro auf 30,69 Euro. Dies ent­spricht einer Ren­ten­an­pas­sung von 3,22 Pro­zent in den alten Län­dern und von 3,37 Pro­zent in den neu­en Län­dern.

Der aktu­el­le Ren­ten­wert (Ost) erreicht damit 95,8 Pro­zent des West­werts.

Zum Ver­gleich: Mit einer Anhe­bung gemäß dem ers­ten Schritt der Ren­ten­an­glei­chung, wäre der aktu­el­le Ren­ten­wert (Ost) um 3,33 Pro­zent ange­passt wor­den und läge bei 30,68 Euro. Die Berück­sich­ti­gung der tat­säch­li­chen Lohn­ent­wick­lung Ost bei der Ren­ten­an­pas­sung in den neu­en Län­dern führt also zu einem gering­fü­gig güns­ti­ge­ren Ergeb­nis. Damit kommt in die­sem Jahr die mit dem Ren­ten­über­lei­tungs­ab­schluss­ge­setz ein­ge­führ­te Ver­gleichs­prü­fung zum Tra­gen.

Bild © Jens Koep­pen

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