Roaming-Gebühren sind seit dem 15. Juni im EU-Ausland entfallen

Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen des gleichen Geschlechts
30. Juni 2017
Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG)
30. Juni 2017

Roaming-Gebühren sind seit dem 15. Juni im EU-Ausland entfallen

Seit dem 15. Juni sind die Roam­ing-Gebühren im EU-Aus­land mit der Ein­führung des Roam-Like-At-Home-Prinzips wegge­fall­en. Ver­brauch­er kön­nen nun im EU-Aus­land zum Inland­starif mit dem Handy tele­fonieren, sur­fen oder sim­sen. Allerd­ings ist einiges zu beacht­en, son­st kön­nen hohe Zusatzkosten entste­hen.

Ver­brauch­er kön­nen ihre deutsche SIM-Karte im Urlaub in Spanien oder auf der Geschäft­sreise in Däne­mark zu densel­ben Kon­di­tio­nen nutzen wie in Deutsch­land. Doch aufgepasst: Diese Regelun­gen gel­ten nur eingeschränkt – vom Geset­zge­ber wur­den zwei Klauseln einge­baut, um ein­er­seits Miss­brauch vorzubeu­gen und ander­er­seits die Wirtschaftlichkeit für die Roamin­gan­bi­eter zu sich­ern. Der Mobil­funkan­bi­eter kann Auf­schläge in Rech­nung stellen, wenn Nutzer die so genan­nte Fair-Use-Gren­ze über­schre­it­en und Miss­brauch betreiben.

Der liegt beispiel­sweise dann vor, wenn Ver­brauch­er im Aus­land eine gün­stigere SIM-Karte kaufen, diese aber dauer­haft in Deutsch­land nutzen. Oder, wenn der Ver­brauch­er sich dauer­haft im Aus­land aufhält, aber einen in seinem Heimat­land abgeschlosse­nen gün­stigeren Ver­trag nutzt.

Ver­bringt man inner­halb von vier Monat­en mehr Zeit im EU-Aus­land und tele­foniert oder simst in diesem Zeitraum mehr als im heimatlichen Netz, kön­nen die Mobil­funkan­bi­eter Gebühren fordern. Zunächst müssen sie aber eine War­nung an den Kun­den schick­en. Reagiert dieser nicht inner­halb von 14 Tagen, dür­fen sie Zusatzkosten erheben. Das kön­nen max­i­mal 3,2 Cent pro Minute des Anrufes und ein Cent pro SMS sein.

Roamin­gan­bi­eter dür­fen laut Bun­desnet­za­gen­tur von ihren Kun­den zum Ver­tragsab­schluss Nach­weise ver­lan­gen, die den gewöhn­lichen Aufen­thalt oder andere sta­bile Bindun­gen zum Heimat­netz in Deutsch­land bele­gen. Kann der Anbi­eter nach­weisen, dass Ver­brauch­er sich miss­bräuch­lich ver­hal­ten, kann er Auf­schläge ver­lan­gen. Und zwar solange, bis wieder eine nor­male Nutzung vor­liegt. Die Gren­zen ein­er angemesse­nen Roam­ingnutzung muss er in den Verträ­gen mit den Kun­den vere­in­baren.

Mobil­funkan­bi­eter haben die Möglichkeit, das Daten­lim­it für die Inter­net­nutzung im Aus­land zu begren­zen. Der Ver­braucherzen­trale Bun­desver­band geht davon aus, dass das vor allem­bei gün­sti­gen Tar­ifen mit hohem Daten­vol­u­men der Fall sein wird.Mit dieser Regelung wird den hohen Roam­ing-Großhan­del­spreisen Rech­nung getra­gen. Die Anbi­eter bezahlen derzeit 7,70 Euro pro Giga­byte. Allerd­ings
wer­den die Großhan­del­spreise in den kom­menden Jahren stetig sinken. Im kom­menden Jahr zahlen Anbi­eter sechs Euro und 2019 sind es 4,50 Euro. Ab 2022 sind nur noch 2,50 Euro fäl­lig. Dementsprechend sinken die Zusatzkosten für Ver­brauch­er, die über das vere­in­barte Daten­lim­it kom­men.

Die Roam­ing-Gebühren ent­fall­en in allen EU-Staat­en sowie Island, Nor­we­gen und Liecht­en­stein sowie in Großbri­tan­nien — solange es noch zur EU gehört. Anbi­eter beispiel­sweise in der Schweiz sowie außer­halb Europas kön­nen nach wie vor Roam­ing-Gebühren erheben.

Achtung: Die Gebühren­frei­heit gilt nicht, wenn man von Deutsch­land aus im EU-Aus­land anruft. Diese Anrufe kosten so viel wie zuvor. Hier gel­ten auss­chließlich die Ver­trags­be­din­gun­gen des aktuellen Tar­ifs. Es lohnt also der Blick ins Kleinge­druck­te oder eine Nach­frage beim Anbi­eter.

Manche Mobil­funkun­ternehmen bieten Tar­ife an, die kein Roam­ing erlauben oder nur ein sehr enges Daten­lim­it im Aus­land ein­räu­men. Auch deshalb emp­fiehlt sich das Studieren des Kleinge­druck­ten. Vor­sicht bei Kreuz­fahrten: Anrufe vom Schiff aus sind von der EU-Roam­ing-Regelung ausgenom­men und bleiben weit­er­hin teuer. Eben­so wir einge­hende Gespräche auch diese kön­nen teuer wer­den. Teil­weise bieten Kreuz­fahrtun­ternehmen eigene Inter­net­paket-Ange­bote an. Danach soll­ten Ver­brauch­er fra­gen.

Bild © Jens Koep­pen

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