Zukunfts­fä­hi­ge Ver­kehrs­in­fra­struk­tur

Besuch im Luft­fahrt­mu­se­um Fino­w­furt
29. August 2017
Start des Volks­be­geh­rens gegen die Kreis­ge­biets­re­form
29. August 2017

Zukunfts­fä­hi­ge Ver­kehrs­in­fra­struk­tur

— Bilanz der 18. Wahl­pe­ri­ode – Arbeits­grup­pe Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur —

Als Mobi­li­täts- und Export­na­ti­on kann Deutsch­land nur mit einem flä­chen­de­ckend gut aus­ge­bau­ten Ver­kehrs­netz wett­be­werbs­fä­hig blei­ben. Ein Schwer­punkt unse­rer Tätig­keit bil­det daher das Anlie­gen, auch für künf­ti­ges Wachs­tum und Wohl­stand die best­mög­li­che Ver­kehrs­in­fra­struk­tur zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dafür bedarf es sta­bi­ler Finanz­mit­tel und opti­ma­ler Pla­nungs- und Ver­wal­tungs­pro­zes­se. In bei­den Berei­chen ist Vie­les erreicht und auf den Weg gebracht wor­den.

Mit dem Inves­ti­ti­ons­hoch­lauf unter Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Dob­rindt wur­den die Mit­tel für Infra­struk­tur und Mobi­li­tät um 40 % gestei­gert: von 10,5 Mrd. € zum Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode auf 14,4 Mrd. € im Jahr 2018.

Die vor­ge­fun­de­ne Inves­ti­ti­ons­lü­cke wur­de geschlos­sen – die Umstel­lung von Steu­er- zu Nut­zer­fi­nan­zie­rung wei­ter vor­an­ge­bracht. Zudem haben wir dafür gesorgt, dass beson­ders eili­ge Fern­stra­ßen­pro­jek­te beschleu­nigt umge­setzt wer­den kön­nen; die Moder­ni­sie­rung der Auto­bahn­ver­wal­tung haben wir ein­ge­lei­tet.

Erwei­te­rung der Nut­zer­fi­nan­zie­rung

In die 18. WP fal­len die Ein­füh­rung einer Infra­struk­tur­ab­ga­be für PKW und umfang­rei­che Ände­run­gen am LKW-Maut­sys­tem. Mit der Ein­füh­rung der Infra­struk­tur­ab­ga­be (sog. PKW-Maut) für inlän­di­sche und aus­län­di­sche PKW und Wohn­mo­bi­le wird ein Sys­tem­wech­sel von der Steu­er- zur Nut­zer­fi­nan­zie­rung voll­zo­gen. Damit wird eine grö­ße­re Unab­hän­gig­keit von der Haus­halts­la­ge des Bun­des und mehr Pla­nungs­si­cher­heit für die Finan­zie­rung von drin­gend erfor­der­li­chen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­in­ves­ti­tio­nen erreicht. Um für deut­sche Kfz-Hal­ter eine Dop­pel­be­las­tung beim Über­gang zur nut­zer­ba­sier­ten Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rung zu ver­mei­den, wur­den in das Kraft­fahr­zeug­steu­er­ge­setz Steu­er­ent­las­tungs­be­trä­ge auf­ge­nom­men.

Die Gesamt­ein­nah­men (brut­to) wer­den jähr­lich mit rd. 3,9 Mrd. € pro­gnos­ti­ziert, wobei rd. 3,1 Mrd. € auf in Deutsch­land zuge­las­se­ne Fahr­zeu­ge und rd. 830 Mio. € auf nicht in Deutsch­land zuge­las­se­ne Fahr­zeu­ge ent­fal­len. Die Sys­tem­kos­ten wer­den mit rd. 210 Mio. € pro Jahr (lau­fen­de Betriebs- und Per­so­nal­kos­ten) ange­setzt. Die von gebiets­frem­den Fahr­zeu­gen ver­ein­nahm­ten Net­to­mehr­ein­nah­men der Infra­struk­tur­ab­ga­be in Höhe von rund 2 Mil­li­ar­den Euro pro Wahl­pe­ri­ode flie­ßen zusätz­lich in die Finan­zie­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­in­fra­struk­tur des Bun­des.

Die LKW-Maut haben wir in meh­re­ren Schrit­ten aus­ge­dehnt. Im Juli 2015 wur­den zusätz­li­che 1.100 km Bun­des­stra­ßen ein­be­zo­gen. Im glei­chen Jahr wur­den auch LKW ab 7,5 t ein­be­zo­gen. Mit einer wei­te­ren Ände­rung des Bun­des­fern­stra­ßen­maut­ge­set­zes haben wir Ende 2016 die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, dass die LKW-Maut ab Mit­te 2018 auf allen Bun­des­stra­ßen zur Anwen­dung kom­men kann. Dadurch wer­den jähr­lich bis zu 2 Mrd. € mehr an Finanz­mit­teln für die Stra­ßen­in­fra­struk­tur zur Ver­fü­gung ste­hen.

Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 

Im Dezem­ber 2016 wur­den die auf dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan (BVWP) 2030 beru­hen­den Aus­bau­ge­set­ze für die Fern­stra­ßen, Bun­des­schie­nen­we­ge und Bun­des­was­ser­stra­ßen abschlie­ßend bera­ten. Damit ent­steht eine ver­kehrs­po­li­ti­sche Gesamt­stra­te­gie für die Ent­wick­lung unse­rer Ver­kehrs­in­fra­struk­tur bis 2030. Not­wen­di­ger und effi­zi­en­ter Infra­struk­tur­aus­bau und die Bereit­stel­lung der erfor­der­li­chen Inves­ti­ti­ons­mit­tel gehen zukünf­tig Hand in Hand. In den Aus­bau­ge­set­zen sind rund 1000 Pro­jek­te in einem Gesamt­um­fang von rd. 270 Mrd. Euro vor­ge­se­hen, die im Zeit­rah­men bis 2030 umge­setzt wer­den kön­nen. Dabei ent­fal­len rd. 132,8 Mrd. Euro (49,3 %) auf die Stra­ße, 112,3 Mrd.

Euro (41,6 %) auf die Schie­ne und 24,5 Mrd. Euro (9,1 %) auf die Was­ser­stra­ße. Im Rah­men des par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­rens hat sich der Deut­sche Bun­des­tag dar­auf ver­stän­digt, Ver­kehrs­trä­ger­über­grei­fend das Finanz­vo­lu­men ins­ge­samt noch ein­mal um 1,3 Mrd. Euro für Neu- und Aus­bau­vor­ha­ben anzu­he­ben.

Inves­ti­ti­ons­schwer­punkt ist mit 141,6 Mrd. Euro der Erhalt und Ersatz der Ver­kehrs­we­ge. Das sind rund 60 Mrd. Euro und damit über 70% mehr als beim BVWP 2003. Eng­päs­se auf Auto­bah­nen und im Schie­nen­netz wer­den besei­tigt.

Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr

Für eine zukunfts­fä­hi­ge Ver­kehrs­in­fra­struk­tur ist es obers­te Prio­ri­tät, das nicht nur aus­rei­chend Mit­tel dau­er­haft zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, son­dern dass die­se auch zügig ver­baut wer­den. In den letz­ten Jah­ren wur­de immer deut­li­cher, dass feh­len­de Pla­nung mitt­ler­wei­le zum Nadel­öhr gewor­den ist und wich­ti­ge Pro­jek­te nicht zeit­nah rea­li­siert wer­den kön­nen. Es gilt daher, die Ver­fah­ren und Pla­nungs­pro­zes­se so zu ver­bes­sern, dass das Geld auch zügig auf die Stra­ße gebracht wer­den kann. Dies wird eine über die­se Legis­la­tur hin­aus­ge­hen­de Her­aus­for­de­rung. Beson­ders drän­gend ist das Pro­blem im Bereich der Bun­des­au­to­bah­nen. Wir haben daher im Rah­men der Reform der Bund-Län­der-Finanz­be­zie­hun­gen die Auf­trags­ver­wal­tung moder­ni­siert.

Mit der in die­sem Jahr beschlos­se­nen Reform wer­den die Bun­des­au­to­bah­nen in unmit­tel­ba­re Bun­des­ver­wal­tung über­nom­men. Dabei steht die Ein­rich­tung der Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr im Zen­trum der Moder­ni­sie­rung. Mit der Bün­de­lung von Finan­zie­rung, Pla­nung, Bau und Betrieb des Auto­bahn­net­zes in einer Hand wird dafür gesorgt, dass Auto­bah­nen nach bun­des­weit ein­heit­li­chen Vor­ga­ben zur Qua­li­tät und Ver­füg­bar­keit gebaut, erhal­ten und betrie­ben wer­den. Wir haben dabei sicher­ge­stellt, dass Auto­bah­nen und die neue Infra­struk­tur­ge­sell­schaft voll­stän­dig im Eigen­tum des Bun­des ver­blei­ben.

Zudem haben wir sowohl im Grund­ge­setz als auch in den Begleit­ge­set­zen fest­ge­hal­ten, dass sich Drit­te an der Gesell­schaft und ihren Toch­ter­ge­sell­schaf­ten nicht betei­li­gen kön­nen, auch nicht mit­tel­bar. Die Gesell­schaft soll die Ein­nah­men aus der LKW-Maut und der Infra­struk­tur­ab­ga­be für eine effi­zi­en­te Finan­zie­rung der Infra­struk­tur aus dem Haus­halt erhal­ten. Schritt­wei­se wol­len wir zur voll­stän­di­gen Nut­zer­fi­nan­zie­rung der Bun­des­au­to­bah­nen kom­men, um den Nut­zern ein leis­tungs­fä­hi­ges Fern­stra­ßen­netz zur Ver­fü­gung stel­len zu kön­nen.

Stra­ßen­ver­kehr

Im Fokus der Öffent­lich­keit ste­hen vor allem Maß­nah­men, die den Ver­kehr auf der Stra­ße betref­fen. Einen Schwer­punkt bil­de­te in der zu Ende gehen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode alter­na­ti­ve Antrie­be, ins­be­son­de­re die Elek­tro­mo­bi­li­tät. Hier wur­den wich­ti­ge Impul­se zur wei­te­ren Markt­durch­drin­gung gesetzt. Neben För­der­pro­gram­men für Lad­ein­fra­struk­tur und Kauf­an­rei­zen haben wir mit dem Elek­tro­mo­bi­li­täts­ge­setz Mög­lich­kei­ten zur För­de­rung von E-Fahr­zeu­gen vor Ort geschaf­fen. Die Kom­mu­nen kön­nen nun ent­spre­chen­de Autos im Stra­ßen­ver­kehr pri­vi­le­gie­ren, z. B. durch kos­ten­freie Park­plät­ze oder Nut­zungs­rech­te für Bus­spu­ren.

Mit dem Car­sha­ring­ge­setz haben wir 2016 u.a. die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, dass für Car­sha­ring­fahr­zeu­ge auf Park­ge­büh­ren ver­zich­tet und spe­zi­el­le Car­sha­ring­stell­flä­chen vor­ge­hal­ten wer en kön­nen. Durch die­se Anrei­ze ent­las­ten wir den inner­städ­ti­schen Indi­vi­du­al­ver­kehr, sor­gen so für flüs­si­ge­ren Ver­kehr und bes­se­re Luft. Moder­ne Mobi­li­tät zeigt sich u. a. an den im Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz vor­ge­nom­men Ände­run­gen, um das hoch- und voll­au­to­ma­ti­sier­te Fah­ren zu ermög­li­chen. Die tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen im Auto­mo­bil­bau wird es in abseh­ba­rer Zeit mög­lich machen, dass das Kfz in bestimm­ten Situa­tio­nen die Fahr­zeug­steue­rung über­neh­men kann. Die­se auto­ma­ti­sier­ten Sys­te­me erken­nen aber ihre Gren­zen und for­dern den Fahr­zeug­füh­rer bei Bedarf zur (Wie­der) Über­nah­me der Fahr­zeug­steue­rung auf. Als Bei­spiel für ein der­ar­ti­ges Sys­tem ist der Auto­bahn-Chauf­feur zu nen­nen: Auto­ma­ti­sches Beschleu­ni­gen und Brem­sen sowie Len­kung auf Auto­bah­nen bis zu einer obe­ren Geschwin­dig­keits­gren­ze (von vor­aus­sicht­lich 130 km/h) ein­schließ­lich Spur­wech­sel. Es han­delt sich dabei (noch) nicht um auto­no­me Sys­te­me (s. Goog­le-Auto), in denen der Fah­rer zum Pas­sa­gier wird und nicht mehr in die Steue­rung ein­grei­fen kann.

Mit der Ände­rung des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes wird eine grund­le­gen­de Rege­lung zum Zusam­men­wir­ken zwi­schen Fah­rer und einem Kfz mit auto­ma­ti­sier­ten Fahr­funk­tio­nen getrof­fen. Der Fah­rer soll bei der Nut­zung von auto­ma­ti­sier­ten Sys­te­men stär­ker aus der Ver­ant­wor­tung ent­las­sen wer­den. Im Kern wird damit geklärt, dass sich der Fah­rer unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen bei der Nut­zung der auto­ma­ti­sier­ten Fahr­funk­ti­on vom Ver­kehr abwen­den darf und ihm dazu kein Fahr­läs­sig­keits­vor­wurf gemacht wird. Auf­grund der fort­schrei­ten­den tech­ni­schen Ent­wick­lung und den lau­fen­den Ver­hand­lun­gen auf inter­na­tio­na­ler und euro­päi­scher Ebe­ne han­delt es sich um ein in die Zukunft gerich­te­tes Gesetz, so dass Ende 2019 eine Eva­lu­ie­rung des Geset­zes vor­ge­se­hen ist.

Auch durch Moder­ni­sie­rung und Über­nah­me inter­na­tio­na­ler Vor­ga­ben haben wir die wei­te­re Ent­wick­lung auto­ma­ti­sier­ter Fahr­sys­te­me unter­stützt. Durch wei­te­re Ände­run­gen des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes konn­ten außer­dem die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen wer­den, dass Groß- und Schwer­last­trans­por­te auch von pri­va­ten Spe­zi­al­fir­men beglei­tet wer­den kön­nen. Damit ent­las­ten wir die Poli­zei deut­lich. Auch wur­de der grenz­über­schrei­ten­de Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen über die Stra­ßen­ver­kehrs­si­cher­heit gefähr­den­den Ver­kehrs­de­lik­te erleich­tert und die inter­net­ba­sier­te Fahr­zeug­zu­las­sung vor­an­ge­bracht.

Moder­ne Mobi­li­tät auf der Stra­ße erfor­dert gut aus­ge­bil­de­te Fahr­leh­rer. Wir haben in der 18. WP das Fahr­leh­rer­recht über­ar­bei­tet und damit einen wei­te­re Auf­trag des Koali­ti­ons­ver­tra­ges erfolg­reich abge­schlos­sen.

Aber auch die Rah­men­be­din­gun­gen für den Güter­trans­port auf der Stra­ßen bedür­fen per­ma­nen­ter Anpas­sung an sich wan­deln­de Bedin­gun­gen. Durch das geän­der­te Berufs­kraft­fah­rer-Qua­li­fi­ka­ti­ons-Geset­zes wird es künf­tig ein­fa­cher, Miss­brauch bei der Aus- und Wei­ter­bil­dung von Berufs­kraft­fah­rern im Güter- und Per­so­nen­ver­kehr zu ver­hin­dern. Das Gesetz ver­bes­sert die bis­he­ri­gen Über­wa­chungs­mög­lich­kei­ten, schafft und erwei­tert Buß­geld­tat­be­stän­de und ver­sieht die­se mit einer stren­ge­ren Sank­ti­on.

Schließ­lich haben wir durch eine natio­na­le Rege­lung das Ver­brin­gen von Wochen­ru­he­zei­ten der Berufs­kraft­fah­rer kla­rer gere­gelt und so dem moder­nen Noma­den­tum auf Auto­bahn-Rast­plät­zen eine kla­re Absa­ge erteilt. Dane­ben gab und gibt es im Recht des Stra­ßen­ver­kehrs eine Viel­zahl von Ände­run­gen in Ver­ord­nungs­be­reich, die von Ver­kehrs­po­li­ti­ker der Uni­on ange­regt und kon­struk­tiv beglei­tet haben.

Rad­ver­kehr 

Die AG Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur hat auch den Rad­ver­kehr gestärkt. Sie hat im 200 Geburts­jahr des Fahr­ra­des nicht nur das Rad als urba­ne Mobi­li­täts­form in den Mit­tel­punkt eines Frak­ti­ons-Kon­gres­ses gestellt, son­dern durch gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­men u.a. die Wei­chen für bes­se­re Rad­ver­kehrs­in­fra­struk­tur gestellt: Rad­schnell­we­ge sind ein rela­tiv neu­es Instru­ment der Ver­kehrs­po­li­tik und ins­be­son­de­re für Pend­ler­ver­keh­re in urba­nen Räu­men und Metro­pol­re­gio­nen inter­es­sant. Daher haben wir ermög­licht, dass sich der Bund zukünf­tig finan­zi­ell am Bau von Rad­schnell­we­gen betei­li­gen kann.

Luft­ver­kehr

Wir haben den Luft­ver­kehr gestärkt und die Sicher­heit am Him­mel wei­ter opti­miert. Sei es etwa im Rah­men der Initia­ti­ven zur Ent­las­tung der Luft­ver­kehrs­wirt­schaft, der inten­si­ven Mit­be­ra­tung bei Geset­zen wie dem Luft­si­cher­heits­ge­setz oder der kon­struk­ti­ven Zusam­men­ar­beit mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur in Sachen Luft­ver­kehrs­kon­zept oder Droh­nen­re­gu­lie­rung. Schwer­punk­te der gesetz­ge­be­ri­schen Arbeit bil­de­te das 15. Gesetz zur Ände­rung des Luft­ver­kehrs­ge­set­zes. Das Gesetz kodi­fi­ziert die Grund­sät­ze des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung bei Anla­ge oder Aus­bau eines Flug­ha­fens und sichert den Ein­klang mit EU Recht. Es dient zudem ganz wesent­lich der Umset­zung von euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben in den Berei­chen Flug­hä­fen und Flug­be­trieb. Für den Betrieb von Hub­schrau­bern an soge­nann­ten Ein­rich­tun­gen von öffent­li­chem Inter­es­se (ins­be­son­de­re Kran­ken­häu­sern) wur­den Sicher­heits­be­stim­mun­gen umge­setzt, die für eini­ges Auf­se­hen gesorgt hat­ten. Wir konn­ten bei der Umset­zung der beson­de­ren Bedeu­tung die­ser Lan­de­stel­len für das flä­chen­de­cken­de Luft­ret­tungs­sys­tem Rech­nung tra­gen und Rechts­si­cher­heit schaf­fen.

Noch unter dem Ein­druck des German­wings-Unglücks ste­hend, konn­te zudem die hohe Sicher­heits­ar­chi­tek­tur im deut­schen Luft­ver­kehrs­recht wei­ter ver­bes­sert wer­den. Durch moder­ne Ver­fah­ren, in des­sen Zen­trum eine neue Flug­me­di­zi­ni­sche Daten­bank steht, wird das soge­nann­te „Ärz­te­hop­ping“ nun noch bes­ser unter­bun­den. Stich­pro­ben­ar­ti­gen Dro­gen- und Alko­hol­kon­trol­len wur­den eben­falls ins Gesetz auf­ge­nom­men.

Um Deutsch­land noch stär­ker an die glo­ba­li­sier­te Welt anzu­bin­den, haben wir vie­le mul­ti- und bila­te­ra­le Luft­ver­kehrs­ab­kom­men ins natio­na­le Recht über­führt. Dadurch kön­nen unse­re Air­lines opti­ma­le Ver­bin­dun­gen anbie­ten.

Bin­nen- und See­schiff­fahrt

Die Rah­men­be­din­gun­gen für Mobi­li­tät auf dem Was­ser konn­te eben­falls in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode moder­ni­siert und opti­miert wer­den. Unter ande­rem wur­den Sicher­heits­stan­dards fort­lau­fend über­prüft und ange­passt, der mari­ti­me Stand­ort gestärkt, für Was­ser­tou­ris­mus und Hafen­wirt­schaft stra­te­gi­sche Kon­zep­te erar­bei­tet und durch inno­va­ti­ons­för­dern­de Pro­gram­me wie IHATEC für die Zukunft gut auf­ge­stellt.

Schie­nen­ver­kehr

Im Schie­nen­ver­kehr konn­ten wir z. B. die Zug­zu­las­sung beschleu­ni­gen, durch Umor­ga­ni­sa­ti­on der Eisen­bahn­un­fall­un­ter­su­chung deren Unab­hän­gig­keit und Effi­zi­enz stär­ken und die Moder­ni­sie­rung der DB AG finan­zi­ell absi­chern. Ein wich­ti­ger Schritt für mehr Wett­be­werb auf der Schie­ne und der Schaf­fung eines ein­heit­li­chen euro­päi­schen Eisen­bahn­raums war die Ver­ab­schie­dung des Geset­zes zur Stär­kung des Wett­be­werbs im Eisen­bahn­be­reich.

Im Kern geht es dabei um die Ver­bes­se­rung des dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zugangs zur Eisen­bahn­in­fra­struk­tur, die Aus­ge­stal­tung der Regu­lie­rung für die Nut­zungs­ent­gel­te von Schie­nen­we­gen und die Stär­kung der Bun­des­netz­agen­tur.

Ein Knack­punkt die­ses Regel­werks ist das Ver­hält­nis der Nut­zungs­ent­gel­te zu den Mit­teln, die den Län­dern für den zu bestel­len­den Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehr zur Ver­fü­gung ste­hen (Regio­na­li­sie­rungs­mit­tel). Hier konn­ten wir ange­sichts von über 50 Ände­rungs­wün­sche der Län­der soli­de Kom­pro­mis­se durch­set­zen und einen Ver­mitt­lungs­aus­schuss ver­mei­den.

Aber auch die den Län­dern auf Grund­la­ge des Regio­na­li­sie­rungs­ge­set­zes zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel für den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr haben wir nach­hal­tig gestärkt. Die Neu­fest­set­zung die­ser Finanz­mit­tel war Gegen­stand umfang­rei­cher Ver­hand­lun­gen und konn­te mit dem Vier­ten Gesetz zur Ände­rung des Regio­na­li­sie­rungs­ge­set­zes abschlie­ßend fixiert wer­den. Die Mit­tel wur­den für 2016 schließ­lich auf 8,2 Mrd. € erhöht. Ab 2017 steigt die­ser Betrag um jähr­lich 1,8 %. Die Mit­tel wer­den nach geson­der­ten Schlüs­sel auf die
Län­der ver­teilt und stel­len sicher, dass auch zukünf­tig ein gutes Ange­bot an SPNV zur Ver­fü­gung gestellt wer­den kann.

Wir wol­len mehr Schie­nen­ver­kehr! Dies kann nicht gelin­gen, ohne effek­ti­ven Lärm­schutz. Auch in die­ser Hin­sicht haben wir viel erreicht. Mit dem Schie­nen­lärm­schutz­ge­setz haben wir ein Ver­bot lau­ter Güter­wa­gen ab Dezem­ber 2020 fest­ge­schrie­ben. Beim Betrieb von Güter­wa­gen ent­ste­hen­der Schall ist dann auf das Maß begrenzt, das von lei­sen Güter­wa­gen ein­ge­hal­ten wird.

Mit dem Antrag „Men­schen- und umwelt­ge­rech­ten Aus­bau der Rhein­tal­bahn rea­li­sie­ren“ haben wir zusätz­li­chen Lärm­schutz für einen der am meis­ten befah­re­nen Schie­nen­kor­ri­do­re in Euro­pa ermög­licht und dabei in beson­de­rer Wei­se die kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit vor Ort und kon­kre­ten Emp­feh­lun­gen des Pro­jekt­bei­ra­tes beim Aus­bau der Rhein­tal­bahn zwi­schen Karls­ru­he und Basel auf­ge­grif­fen. Mit einem zwei­ten Antrag „Men­schen- und umwelt­ge­rech­te Rea­li­sie­rung euro­päi­scher Schie­nen­net­ze“ haben wir die­ses Vor­ge­hen für wei­te­re Schie­nen­pro­jek­te an ande­ren, von Lärm beson­ders betrof­fe­nen Orten, grund­sätz­lich geöff­net. Wir ermög­li­chen damit mehr Akzep­tanz vor Ort, was wie­der­um eine Grund­vor­aus­set­zung dar­stellt, für die Umset­zung des Zie­les, mehr Ver­kehr von der Stra­ße auf die Schie­ne zu ver­la­gern.

Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur Die digi­ta­le Infra­struk­tur bil­det genau­so wie Stra­ßen, Schie­nen und Was­ser­stra­ßen das Rück­grat unse­rer Wirt­schaft und ist selbst­ver­ständ­li­cher Bestand­teil unse­res täg­li­chen Lebens. 2013 hat sich die CDU/C­SU-Frak­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag zum Ziel gesetzt, bis 2018 flä­chen­de­ckend Breit­band­an­schlüs­se mit einer Geschwin­dig­keit von min­des­tens 50 Mbit/s zur Ver­fü­gung zu stel­len. Mitt­ler­wei­le sind für 75,5 % der Haus­hal­te Anschlüs­sen mit min­des­tens 50 Mbit/s ver­füg­bar. Bei einem Start zu Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode bei 59 % wei­sen wir nun beim Aus­bau in Euro­pa die höchs­te Dyna­mik auf.

Die Ver­ant­wor­tung für den Breit­band­aus­bau liegt in ers­ter Linie bei der Wirt­schaft. Daher wur­de gleich zu Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode die Netz­al­li­anz ein­ge­rich­tet. Allein für die Jah­re 2015 und 2016 haben die Unter­neh­men – erst­mals – in Höhe von je 8 Mrd. Euro in den Netz­aus­bau inves­tiert. Gemein­sa­mes Ziel der Netz­al­li­anz ist es, dass die Unter­neh­men mit Unter­stüt­zung des Bun­des im Zeit­raum 2014 bis 2023 100 Mil­li­ar­den Euro in den Netz­aus­bau inves­tie­ren.

Eine deut­lich ver­stär­ken­de Wir­kung im Hin­blick auf eine zeit­na­he Schlie­ßung der noch feh­len­den Aus­bau­ge­bie­te – ins­be­son­de­re in dün­ner besie­del­ten Gebie­ten – übt das Bun­des­för­der­pro­gramm aus. Erst­ma­lig hat sich der Bund in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode mit ins­ge­samt vier Mil­li­ar­den Euro für den Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur enga­giert. In 1.759 Fäl­len konn­te damit als Unter­stüt­zung der kom­mu­na­len Ent­schei­dungs­trä­ger vor Ort die Pla­nung von mög­li­chen zukünf­ti­gen Aus­bau­pro­jek­ten geför­dert wer­den. Ins­ge­samt sind als Aus­fluss die­ser Bera­tungs­för­de­rung mitt­ler­wei­le För­der­mit­tel für 336 kon­kre­te Aus­bau­pro­jek­te posi­tiv beschie­den wor­den. Damit wer­den bereits För­der­mit­tel in Höhe von 2,3 Mil­li­ar­den Euro gebun­den und ins­ge­samt Inves­ti­tio­nen in Höhe von 5,2 Mil­li­ar­den Euro aus­ge­löst. 94 % der Gesamt­in­ves­ti­tio­nen flie­ßen unmit­tel­bar in den Aus­bau von Glas­fa­se­rin­fra­struk­tu­ren. Von den Pro­jek­ten wer­den fast zwei Mil­lio­nen Haus­hal­te und rund 150.000 Unter­neh­men mit einer deut­lich bes­se­ren Inter­net­an­bin­dung pro­fi­tie­ren.

Gleich­zei­tig hat die Koali­ti­on den recht­li­chen Rah­men dafür geschaf­fen, dass die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter ihre Aus­bau­kos­ten deut­lich sen­ken kön­nen und somit noch mehr Gebie­te erschließ­bar wer­den (sog. Digi­Netz-Gesetz). Neben der so ermög­lich­ten Hebung von Syn­er­gi­en durch Mit­nut­zung vor­han­de­ner Infra­struk­tu­ren wer­den künf­tig in allen Neu­bau­ge­bie­ten und bei vie­len Ver­kehrs­pro­jek­ten gleich Glas­fa­ser­lei­tun­gen mit ver­legt.

Im Rah­men der Ver­ga­be von Mobil­funk­fre­quen­zen (sog. Digi­ta­le Divi­den­de II) wur­de fest­ge­legt, dass spä­tes­tens Anfang 2020 bun­des­weit für 98 % der Haus­hal­te über Mobil­funk Down­loadra­ten von in der Regel 10 Mbit/s zur Ver­fü­gung ste­hen müs­sen. Dane­ben sind die Haupt­ver­kehrs­we­ge (Auto­bah­nen und ICE-Stre­cken) voll­stän­dig zu ver­sor­gen.

Zudem gab es eine Viel­zahl an bi- oder mul­ti­la­te­ra­len Rege­lun­gen, die wir zur Opti­mie­rung von Sicher­heit oder inter­na­tio­na­len Ver­fah­ren bzw. Ver­keh­ren gesetz­lich ermög­licht haben, auf die hier aber nicht im Ein­zel­nen ein­ge­gan­gen wer­den kann. Glei­ches gilt für etli­che ins deut­sche Recht umge­setz­te EU Vor­ga­ben und inter­na­tio­na­len Ver­ein­ba­run­gen, wie sie ins­be­son­de­re für den grenz­über­schrei­ten­den Luft-, Schiffs- oder Eisen­bahn­ver­kehr getrof­fen wer­den.

Bild © Jens Koep­pen

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