Anrainerkommunen und Land Brandenburg lassen das Projekt Finowkanal sterben

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Anrainerkommunen und Land Brandenburg lassen das Projekt Finowkanal sterben

Zur Entschei­dung der Kom­mu­nalen Arbeits­ge­mein­schaft Finowkanal, die Ver­hand­lun­gen mit dem Bund zur Über­nahme der Schleusen nicht weit­erzuführen, erk­lärt der CDU Bun­destagsab­ge­ord­nete Jens Koep­pen:

Ich bin schi­er fas­sungs­los angesichts dieser Entschei­dung, das Pro­jekt Finowkanal defac­to aufzugeben. Damit wird die Schiff­barkeit Deutsch­lands his­torisch ältester, kün­stlich­er, noch befahrbar­er Wasser­straße in Frage gestellt und die Weit­er­en­twick­lung touris­tis­ch­er Nutzungskonzepte ent­lang des Finowkanals ad absur­dum geführt. Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich seit Jahren für die Schiff­barkeit des Finowkanals und den Erhalt des Denkmals ein­set­zen.

Der Bund hat­te den Kom­munen ein ein­ma­liges und großzügiges Ange­bot zur Schleusenüber­nahme unter­bre­it­et. Darüber hin­aus haben die Kom­munen mit dem in Eber­swalde ansäs­si­gen WSA einen kom­pe­ten­ten und pro­fes­sionellen Part­ner an ihrer Seite, der seinen Willen zur part­ner­schaftlichen Zusam­me­nar­beit zum Erhalt des Finowkanals stets betont hat.

Der Ausstieg aus den Ver­hand­lun­gen mit auss­chließlich haushäl­ter­ischen Argu­menten ist für mich Zeug­nis fehlen­den Mutes und fehlen­der Zukun­ftsvi­sio­nen eines ver­net­zten Wasser­touris­mus im Land Bran­den­burg.

Die Förderung des Wasser­touris­mus fällt klar in die Zuständigkeit der Län­der. Doch in der bran­den­bur­gis­chen Lan­desregierung hat der Wasser­touris­mus und damit der Finowkanal keine Pri­or­ität, denn son­st hätte das zuständi­ge Wirtschaftsmin­is­teri­um das Auss­chla­gen der Mil­lio­nen­in­vesti­tion nicht zuge­lassen. Stattdessen ver­sucht sich Pots­dam nach alter Meth­ode weit­er­hin aus der Zuständigkeit zu stehlen und dem Bund den schwarzen Peter zuzuschieben.

Beson­ders ent­täuscht bin ich von der jet­zi­gen Entschei­dung durch die Ver­hand­lungs­führung der Anrain­erkom­munen. Mehr Mut, den fes­ten Willen und Glauben an das Poten­zial des Wasser­touris­mus in der Region – das hätte ich mir schon gewün­scht. Ein­fach die Gespräche zu been­den ist, vor allem vor dem Hin­ter­grund der ger­ade laufend­en Bun­de­shaushalts­de­bat­te im Bun­destag, mehr als unklug.

Was nun bleibt, ist die Hoff­nung, dass jed­er, der aus ein­er Tür hin­aus­ge­ht, auch wieder hinein kom­men muss. Ich gebe die Hoff­nung nicht auf und werde ein glühen­der Ver­fechter für den Finowkanal bleiben.”

Bild © Jens Koep­pen

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