Bun­des­ka­bi­nett setzt Braun­koh­le-Struk­tur­kom­mis­si­on ein

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Bun­des­ka­bi­nett setzt Braun­koh­le-Struk­tur­kom­mis­si­on ein

Mit der Umset­zung des Kli­ma­schutz­pla­nes wird sich der Struk­tur­wan­del in vie­len Regio­nen und Wirt­schafts­be­rei­chen beschleu­ni­gen, ins­be­son­de­re im Sek­tor der Ener­gie­er­zeu­gung. Die damit ein­her­ge­hen­den Ver­än­de­run­gen dür­fen nicht ein­sei­tig zu Las­ten der koh­le­strom­erzeu­gen­den Regio­nen gehen, müs­sen viel­mehr Chan­cen für eine nach­hal­ti­ge wirt­schaft­li­che Dyna­mik mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Beschäf­ti­gung eröff­nen. Die­se wol­len wir aktiv nut­zen und so Struk­tur­brü­che sowie Ein­schrän­kun­gen der inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­mei­den. Die Bun­des­re­gie­rung setzt des­halb eine Kom­mis­si­on „Wachs­tum, Struk­tur­wan­del und Beschäf­ti­gung (WSB)“ ein, die bis zum Ende die­ses Jah­res kon­kre­te Vor­schlä­ge erar­bei­ten soll. Zu ihrem Auf­trag gehört ins­be­son­de­re die Erar­bei­tung eines Akti­ons­pro­gram­mes mit fol­gen­den Schwer­punk­ten:

a) Schaf­fung einer kon­kre­ten Per­spek­ti­ve für neue, zukunfts­si­che­re Arbeits­plät­ze in den betrof­fe­nen Regio­nen im Zusam­men­wir­ken zwi­schen Bund, Län­dern, Kom­mu­nen und wirt­schaft­li­chen Akteu­ren (z.B. im Bereich Ver­kehrs­in­fra­struk­tu­ren, Fach­kräf­te­ent­wick­lung, unter­neh­me­ri­sche Ent­wick­lung, Ansied­lung von For­schungs­ein­rich­tun­gen, lang­fris­ti­ge Struk­tur­ent­wick­lung).

b) Ent­wick­lung eines Instru­men­ten­mi­xes, der wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, Struk­tur­wan­del, Sozi­al­ver­träg­lich­keit, gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und Kli­ma­schutz zusam­men­bringt und zugleich Per­spek­ti­ven für zukunfts­fä­hi­ge Ener­gie­re­gio­nen im Rah­men der Ener­gie­wen­de eröff­net.

c) Dazu gehö­ren auch not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen in den vom Struk­tur­wan­del betrof­fe­nen Regio­nen und Wirt­schafts­be­rei­chen, für die bestehen­de För­der­instru­men­te von Bund und EU effek­tiv, ziel­ge­rich­tet und prio­ri­tär in den betrof­fe­nen Regio­nen ein­ge­setzt wer­den und für die ergän­zend ein Fonds für Struk­tur­wan­del, ins­be­son­de­re aus Mit­teln des Bun­des, ein­ge­setzt wird.

d) Maß­nah­men, die das 2030-er Ziel für den Ener­gie­sek­tor zuver­läs­sig er-rei­chen, ein­schließ­lich einer umfas­sen­den Fol­gen­ab­schät­zung. Aus dem Kli­ma­schutz­plan ergibt sich hier­für die Vor­ga­be zur Ver­rin­ge­rung der Emis­sio­nen aus der Ener­gie­wirt­schaft um 61 bis 62 Pro­zent im Jahr 2030 gegen­über dem Jahr 1990. Für den Bei­trag der Koh­le­ver­stro­mung soll die Kom­mis­si­on geeig­ne­te Maß­nah­men zur Errei­chung des Sek­tor­ziels 2030 der Ener­gie­wirt­schaft, die in das Maß­nah­men­pro­gramm 2030 zur Umset­zung des Kli­ma­schutz­plans ein­flie­ßen sol­len, vor­schla­gen.

e) Dar­über hin­aus ein Plan zur schritt­wei­sen Redu­zie­rung und Been­di­gung der Koh­le­ver­stro­mung, ein­schließ­lich eines Abschluss­da­tums und der not­wen­di­gen recht­li­chen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len, rena­tu­rie­rungs- und struk­tur­po­li­ti­schen Begleit­maß­nah­men.

f) Eben­so Maß­nah­men zum Bei­trag der Ener­gie­wirt­schaft, um die Lücke zur Errei­chung des 40%-Reduktionsziels so weit wie mög­lich zu redu­zie­ren. Hier­zu wird die Bun­des­re­gie­rung eine aktu­el­le Schät­zung zur Grö­ße der zu erwar­ten­den Lücke im Rah­men des Kli­ma­schutz­be­rich­tes 2017 ver­öf­fent­li­chen.

Die Kom­mis­si­on WSB legt ihre Arbeits­er­geb­nis­se in schrift­li­chen Berich­ten an den Staats­se­kre­tärs­aus­schuss nie­der. Ihre Emp­feh­lun­gen für Maß­nah­men zur sozia­len und struk­tur­po­li­ti­schen Ent­wick­lung der Braun­koh­le­re­gio­nen sowie zu ihrer finan­zi­el­len Absi­che­rung legt die Kom­mis­si­on WSB bereits Ende Okto­ber 2018 schrift­lich vor. Ihre Emp­feh­lun­gen für Maß­nah­men zum Bei­trag der Ener­gie­wirt­schaft, um die Lücke zur Errei­chung des 40 Pro­zent-Reduk­ti­ons­ziels bis 2020 so weit wie mög­lich zu ver­rin­gern, legt die Kom­mis­si­on WSB recht­zei­tig vor der 24. UNKli­ma­kon­fe­renz (COP 24), die vom 3. bis 14. Dezem­ber statt­fin­det, schrift­lich vor. Der Abschluss­be­richt wird Ende 2018 der Bun­des­re­gie­rung über­ge­ben. Die Bun­des­re­gie­rung ver­öf­fent­licht die Berich­te der Kom­mis­si­on. Die Mit­glie­der der Kom­mis­si­on erhal­ten eine Auf­wands­ent­schä­di­gung.

Die Bun­des­re­gie­rung wird die Arbeit der Kom­mis­si­on umfas­send unter­stüt­zen. Die Kom­mis­si­on wird von einem Staats­se­kre­tärs­aus­schuss beglei­tet, der sich aus Ver­tre­tern des BMWi, BMU, BMI, BMAS sowie der Res­sorts BMF, BMEL, BMVI und BMBF zusam­men­setzt. Die für die Struk­tur­ent­wick­lung rele­van­ten ande­ren Res­sorts wer­den bei Bedarf zu den Sit­zun­gen hin­zu­ge­zo­gen. Beglei­tend zum Fort­gang der Bera­tun­gen der Kom­mis­si­on WSB fin­det ein regel­mä­ßi­ger Aus­tausch zwi­schen den Minis­ter­prä­si­den­ten der betrof­fe­nen Län­der mit den Bun­des­mi­nis­tern der Steue­rungs­grup­pe statt.

Eben­so wer­den die Chefs der Staats­kanz­lei­en der betrof­fe­nen Län­der durch die Steue­rungs­grup­pe regel­mä­ßig ein­be­zo­gen. Zur orga­ni­sa­to­ri­schen Unter­stüt­zung wird im BMWi eine Geschäfts­stel­le der Kom­mis­si­on ein­ge­rich­tet, die Sekre­ta­ri­ats­auf­ga­ben erfüllt. Ver­tre­ter der Minis­te­ri­en der Steue­rungs­grup­pe BMWi, BMU, BMI und BMAS sowie der Bun­des­län­der Bran­den­burg, Nie­der­sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len, Saar­land, Sach­sen und Sach­sen-Anhalt neh­men an den Sit­zun­gen der Kom­mis­si­on teil, Ver­tre­ter des BK-Amtes haben Gast­sta­tus.

Die Vor­sit­zen­den sind:
Mat­thi­as Plat­z­eck
Ronald Pofal­la
Prof. Bar­ba­ra Prae­to­ri­us
Sta­nis­law Til­lich

Dar­über hin­aus hat die Kom­mis­si­on die fol­gen­den 24 Mit­glie­der:
Prof. Dr. h.c. Jut­ta All­men­din­ger
Ant­je Gro­t­hus
Ger­da Has­sel­feldt
Chris­ti­ne Hern­tier
Mar­tin Kai­ser
Stef­fen Kam­pe­ter
Ste­fan Kap­fe­rer
Prof. Die­ter Kempf
Ste­fan Kör­zell
Micha­el Kreuz­berg
Dr. Felix Mat­thes
Clau­dia Nemat
Prof. Dr. Kai Nie­bert
Prof. Dr. Anne­kat­rin Nie­buhr
Rei­ner Prig­gen
Kathe­ri­na Rei­che
Gun­da Rös­tel
Andre­as Scheidt
Prof. Dr. Hans Joa­chim Schelln­hu­ber
Dr. Eric Schweit­zer
Micha­el Vas­si­lia­dis
Prof. Dr. Ralf Wehr­spohn
Hubert Wei­ger
Han­ne­lo­re Wodtke

Als Per­so­nen mit Rede-, aber ohne Stimm­recht wer­den drei Mit­glie­der des Deut­schen Bun­des­ta­ges
benannt:

Andre­as G. Läm­mel, MdB
Dr. Andre­as Lenz, MdB
Dr. Mat­thi­as Miersch, MdB

Bild © Jens Koep­pen

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