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Bundestag beschließt Anstieg der Fördersätze für Meister-BAföG

Wer sich zum Handw­erks- oder Indus­triemeis­ter, zum Tech­niker, Betrieb­swirt oder staatlich geprüften Erzieher fort­bilden will, wird ab August 2016 bess­er unter­stützt.

Der Bun­destag hat in der ver­gan­genen Woche die entsprechende Geset­zes­nov­el­le beschlossen. Auch Bach­e­lorab­sol­ven­ten kön­nen “Meis­ter-BAföG” erhal­ten, wenn sie den Meis­ter machen und später einen Handw­erks­be­trieb leit­en wollen. Die Bun­desregierung set­zt damit ein starkes Zeichen für die Attrak­tiv­ität der beru­flichen Bil­dung. Qual­i­fizierte Meis­ter oder Tech­niker haben aus­geze­ich­nete Berufs- und Einkom­men­saus­sicht­en.

Die Nov­el­le des Auf­stiegs­fort­bil­dungs­förderungs­ge­set­zes (AFBG) wird zum 1. August 2016 in Kraft treten. Wer eine Auf­stiegs­fort­bil­dung plant, muss Arbeit­en, Fam­i­lie, Lehrgänge sowie Zeit fürs Ler­nen und für die Prü­fung vere­in­baren. Oft sind Freis­tel­lungsphasen oder Teilzeitar­beit sowie zusät­zliche Kinder­be­treu­ung erforder­lich. Leben­sun­ter­halt und Fort­bil­dungskosten müssen finanzier­bar sein. Die Einkom­mens- und Ver­mö­gens­frei­be­träge und die Zuschüsse wer­den deut­lich erhöht. Der Zuschuss für den Unter­halt entspricht dann mit 50 Prozent dem Stu­den­ten-BAföG. Er steigt für ledi­ge Fort­bil­dung­steil­nehmer von 238 auf 333 Euro, für Ver­heiratete mit zwei Kindern von 448 auf 711 Euro.

Von den Verbesserun­gen wer­den nicht nur ange­hende Meis­ter und Meis­terin­nen prof­i­tieren. Zukün­ftige Erzieher und Erzieherin­nen sind mit­tler­weile die zweit­größte Gruppe der Geförderten im AFBG. Bei ihnen sichere die Nov­el­le, dass Aus­bil­dung und Weit­erqual­i­fizierung durchgängig finanziert wer­den kön­nen.

Zum 1. August 2016 steigen die max­i­malen Unter­halts­beiträge beim Meis­ter-BAföG:

- für Alle­in­ste­hende von 697,00 Euro auf 768,00 Euro/Monat

- für Allein­erziehende von 907,00 Euro auf 1.003,00 Euro/Monat

- für Ver­heiratete mit 1 Kind von 1.122 Euro auf 1.238 Euro/Monat

- für Ver­heiratete mit 2 Kindern von 1.332 Euro auf 1.473 Euro/Monat

Die Zuschus­san­teile steigen: für Teil­nehmer, Ehe­gat­ten und Lebenspart­ner von 44 auf 50 Prozent, für Kinder auf 55 Prozent. Allein­erziehende erhal­ten zusät­zlich einen einkom­men­su­n­ab­hängi­gen Kinder­be­treu­ungszuschlag. Er steigt von 113 auf 130 Euro/Monat.

Die Ver­mö­gens­frei­be­träge steigen um fast 10.000 Euro auf 45.000 Euro pro Teil­nehmer; für Ehep­art­ner und Kinder um 300 Euro auf 2.100 Euro.

Die Einkom­mensfrei­be­träge steigen eben­falls: für die Fort­bil­dung­steil­nehmer sind ab dem 1. Augsut.2016 290 Euro/Monat frei (bish­er 255 Euro) Lehrgangs- und Prü­fungs­ge­bühren wer­den kün­ftig mit max­i­mal 15.000 Euro (bish­er 10.226 Euro) gefördert, das “Meis­ter­stück” mit 2.000 Euro (bish­er rund 1.500 Euro). Die Zuschus­san­teile* steigen jew­eils auf 40 Prozent.

Auch der “Erfol­gs­bonus” steigt: wer die Abschlussprü­fung beste­ht, bekommt 40 Prozent des Rest­dar­lehens
für Lehrgangs- und Prü­fungskosten erlassen.

Hin­ter­grund:

Das “Meis­ter-BAföG” ist ein attrak­tives Auf­stiegs-BAföG für alle, die ihre Chance auf eine Kar­riere im dualen Sys­tem nutzen wollen. Seit sieben Jahren steigt die Zahl der geförderten Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer kon­tinuier­lich: 2014 waren es rund 171.000. Fach- und Führungskräfte­nach­wuchs wird über­all gebraucht: in Handw­erks- und Indus­triebe­trieben genau­so wie in Kranken­häusern oder Kitas. Allein im Handw­erk ste­hen in den kom­menden zehn Jahren 200.000 Betrieb­snach­fol­gen an. Das “Meis­ter-BAföG” gibt es seit 1996. Seit­dem kon­nten rund 1,7 Mil­lio­nen beru­fliche Auf­stiege mit rund 6,9 Mil­liar­den Euro ermöglicht und gefördert wer­den. Das Förder­pro­gramm wird zu 78 Prozent vom Bund und zu 22 Prozent von den Län­dern finanziert.

Bild © Jens Koep­pen

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