Energiepolitik neu denken!

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Energiepolitik neu denken!

Wenn nicht endlich Voraus­set­zun­gen für eine vernün­ftige ide­olo­giefreie Energiepoli­tik in Bund und den Län­dern geschaf­fen wer­den, ist es höch­ste Zeit für ein Aus­bau­mora­to­ri­um für die Wind­kraft. Es ist Zeit zum Innehal­ten, um die Energiepoli­tik zu über­denken. Wir müssen weg von der Ren­ditev­er­sorgung und hin zu ein­er nach­halti­gen Energieversorgung.

Der Schutz von Men­sch Natur muss dabei im Vorder­grund stehen.

Wesentlich größere Min­destab­stände zwis­chen Wohn­be­bau­un­gen und den Wind­kraftan­la­gen sind unab­d­ing­bar. 1000 Meter bei Anla­gen über 200 Meter sind längst nicht mehr zeit­gemäß. Die 10H-Lösung (das 10 fache der Naben­höhe) ist ein gang­bar­er Weg, den der Bun­des­ge­set­zge­ber sein­erzeit den Län­dern durch die Län­deröff­nungsklausel aufgezeigt hat. Bran­den­burg hat die Frist dafür allerd­ings ungenutzt ver­stre­ichen lassen. Ein fataler Fehler! Der Lei­d­tra­gende ist der Bürger.

Die bun­de­sein­heitliche Umlage der Net­zent­gelte wurde ger­ade zum wieder­holten mal der NRW-Wahl geopfert, so dass weit­er diejeni­gen die Kosten des Net­zaus­bau bezahlen, die die meis­ten Wind­kraftan­la­gen in ihren Vorgärten haben. Das ist absurd. In der Uck­er­mark wer­den bun­desweit die höch­sten Energiepreise bezahlt, obwohl oder ger­ade weil hier über 700 Wind­kraftan­la­gen ste­hen. Das ist schw­er vermittelbar.

Die visuelle Belas­tung hat bei 700 Anla­gen längst seine Gren­ze erre­icht. Um so zynis­ch­er ist daher die Aus­sage einiger Plan­er und Betreiber, dass die visuelle Störung in den Regio­nen, die bere­its durch beste­hende Wind­kraftan­la­gen vorgeprägt sind, sehr ger­ing ist. Die optis­che Stör­wirkung durch die Nach­be­feuerung ist dabei ein Kapi­tel für sich.

Genau­so absurd ist die Tat­sache, dass der Anla­gen­be­treiber die Vergü­tung den­noch erhält, obwohl die Anlage abgeschal­tet wer­den musste, weil die Verteil­net­ze den Strom nicht aufnehmen kön­nen. Diese Geburts­fehler des EEG wur­den nie aus­ge­merzt. Es sollte daher nur der Strom bezahlt wer­den, der auch tat­säch­lich durch die Zäh­ler fließt.

Aus­gle­ichs­maß­nah­men kom­men nicht in den Erzeuger­re­gio­nen an, son­dern wer­den im Land Bran­den­burg zu 90% durch die Lan­des­be­hör­den im gesamten Land nach Gut­dünken verteilt. Die Win­dre­gio­nen gehen meist leer aus. Die Gemein­den müssen endlich über diesen Aus­gle­ich eigen­ständig bes­tim­men dür­fen, ganz gle­ich um welche Maß­nah­men es sich im Ort han­delt handelt.

Die Beein­träch­ti­gung durch Infra­schall wird immer noch belächelt oder als Spin­nerei wegdisku­tiert, obwohl es eine objek­tive Forschung dazu gibt und gesund­heitliche Beein­träch­ti­gun­gen der Fre­quenz unter 20Hz nach­weis­bar sind. Mod­erne Messvorschriften in den entsprechen­den DIN-Nor­men und stren­gere Schutzverord­nun­gen müssen dem­nach die Kon­se­quenz sein.

Dem nicht genug kom­men nun pfif­fige Plan­er auf die Idee, Wind­kraftan­la­gen im Wald zu instal­lieren. Dabei müssen Schneisen geschla­gen und Bäume gefällt wer­den. Es soll ja schließlich für eine CO2-arme Energieform Platz gemacht wer­den. Das allerd­ings dafür der größte CO2-Spe­ich­er — der Wald — dafür weichen muss, ist gle­ich­wohl ein schlechter Deal.

Faz­it:

Wir haben es in Deutsch­land mit der Energiewende gut gemeint, aber schlecht gemacht. Diese Fehler muss man eingeste­hen und beseit­i­gen. Das Pferd wurde vom Schwanz her aufgezäumt. Zuerst wur­den voller Taten­drang die Win­dräder gebaut und dauer­sub­ven­tion­iert, ohne zu über­legen, wo der Strom herkommt, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint und wir aus der Kernen­ergieerzeu­gung und der Kohlever­stro­mung gle­ichzeit­ig aussteigen wollen. Das hat zur Folge, das mal zu wenig Strom aus Erneuer­baren da ist und wir Strom importieren müssen (Atom­strom aus Frankre­ich oder Tschechien beispiel­sweise), dann ist wiederum zu viel davon da und Net­ze zum Abtrans­port ste­hen nicht zur Verfügung.

Die Syn­chro­nisierung des Ein­stiegs in die Erneuer­baren mit dem Ausstieg aus den Fos­silen ist die einzig logis­che Folge. Eben­so die Syn­chro­nisierung mit den Aus­bau der Net­ze und notwendi­ger Speichertechnologien.

Let­z­tendlich darf nur der Strom bezahlt wer­den, der auch genutzt wird. Der Ein­spei­sevor­rang im EEG bremst jed­wede tech­nol­o­gis­che Entwick­lung und Forschung aus.

Zeit zum Handeln…

Bild © Jens Koeppen

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