Positionspapier zur Zukunft des Finowkanals

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Positionspapier zur Zukunft des Finowkanals
29. Oktober 2018

Positionspapier zur Zukunft des Finowkanals

Ein wichtiges The­ma für unsere Region ist der Erhalt des Finowkanals. Mit meinem Europakol­le­gen Dr. Chris­t­ian Ehler und dem Barn­imer Kreisvor­sitzen­den und Land­tagskan­di­dat­en Danko Jur haben wir uns in Hin­blick auf die Wahlen in 2019 auf ein Posi­tion­spa­pi­er zum Erhalt des Finowkanals ver­ständigt. Gern stelle ich Ihnen das Posi­tion­spa­pi­er hier zur Ver­fü­gung.

Posi­tion­spa­pi­er zur Zukun­ft des Finowkanals

Der Erhalt der his­torisch und kul­turell bedeut­samen Bin­nen­wasser­straße Deutsch­lands und seine durchgängige Schiff­barkeit für wasser­touris­tis­che Zwecke ist uns ein Herzen­san­liegen. Der 400 Jahre alte Finowkanal ist eine der ältesten schiff­baren Kanäle Nordeu­ropas und gehört heute zum Kul­turgut der Region. Der Finowkanal ist Indus­triekul­tur und Grün­dung­sur­sprung zahlre­ich­er Städte und Gemein­den ent­lang des Kanals und damit iden­titätss­tif­tend für die gesamte Region.

Der Finowkanal hat enormes Poten­zial für den Wasser­touris­mus in der Region. Wasser­touris­mus bedeutet immer auch Landgang und damit wirtschaftliche Effek­te für die Regio­nen. Der Finowkanal besitzt eine enorme Wirtschaft­skraft, die sich nicht auf Geschäfte, Bewirtungs­be­triebe, Dien­stleis­ter und Boots­bauer beschränkt. Darüber hin­aus trägt der Finowkanal mit sein­er Attrak­tiv­ität zur Aufw­er­tung des Wohnum­felds und zur Erhol­ung bei. Wasser­touris­mus braucht Infra­struk­tur und ist unmit­tel­bar­er als alle anderen Touris­mus­for­men darauf angewiesen. Wir sehen im Erhalt des Finowkanals den Beginn ein­er Erfol­gs­geschichte für die pos­i­tive Entwick­lung des regionalen Wasser­touris­mus und der damit ein­herge­hen­den wach­senden Wirtschaft­skraft.

Dieses Posi­tion­spa­pi­er dient uns als Gemein­schaft, die sich für den Erhalt des schiff­baren Finowkanals ein­set­zen und zuver­sichtlich an das Gelin­gen glauben, als Kom­pass.

Im Fol­gen­den definieren wir die vier aus unser­er Sicht wichtig­sten Schritte, um das Pro­jekt Finowkanal unter der Beteili­gung des Bun­des, des Lan­des, der Kom­munen sowie der zahlre­ichen lokalen Part­ner, Ini­tia­tiv­en und Vere­ine schließlich zum Erfolg führen zu kön­nen:

1. Gewinn eines kom­pe­ten­ten, strate­gisch leis­tungs­fähi­gen und erfahre­nen Part­ners zur Real­isierung des Pro­jek­ts Finowkanals mit dem Ziel der Über­nahme der Schleusen bzw. des Kanals.
2. Sich­er­stel­lung der Finanzmit­tel
3. Stärkung der Wasser­touris­musini­tia­tive Nord­bran­den­burg
4. Gemein­schaft­sauf­gabe Wasser­touris­mus wahrnehmen und umset­zen

1. Gewinn eines kom­pe­ten­ten, strate­gisch leis­tungs­fähi­gen und erfahre­nen Part­ners zur Real­isierung des Pro­jek­ts Finowkanals mit dem Ziel der Über­nahme der Schleusen bzw. des Kanals.
Mehrere Jahre haben Gespräche der Wasser­straßen- und Schiff­fahrtsver­wal­tung des Bun­des mit dem Land­kreis Barn­im und den Kom­munen am Finowkanal zur Über­nahme von zwölf Schleusen in koop­er­a­tiv­er Form stattge­fun­den. Um ein neues Kapi­tel für die Über­nahme aufzuschla­gen, braucht es einen kom­pe­ten­ten, strate­gisch leis­tungs­fähi­gen und erfahre­nen Part­ner als Ansprech­part­ner für den Bund. Dabei ist es uner­lässlich, dass sich die Lan­desregierung und der Land­tag Bran­den­burg klar und unmissver­ständlich zum Finowkanal und dessen durchgängiger Schiff­barkeit beken­nen. Die Zuständigkeit für den Wasser­touris­mus liegt orig­inär bei den Län­dern. Der Bund kann lediglich unter­stützend wirken.

2. Sich­er­stel­lung der Finanzmit­tel
Auf Grund­lage des Haushaltsver­merks Nr. 12 des Bun­de­shaushalts­ge­set­zes kann der Bund mit 50 Prozent ein­ma­lig die Sanierungskosten der Schleusen unter­stützen. Es ist alles daran zu set­zen, dass dieses Ange­bot im Zuge der fol­gen­den Haushalts­ber­atun­gen weit­er Bestand hat. Dazu braucht jedoch ein klares Sig­nal vom Land, vom Land­kreis und den Anrain­erkom­munen, wenn dieser Haushaltsver­merk fort­geschrieben wer­den soll.

Darüber hin­aus sollen die vorhan­de­nen För­der­möglichkeit­en auf Lan­des- und EU-Ebene geprüft wer­den, um die notwendi­gen Investi­tio­nen für den Erhalt des Schleusen­be­triebs am Finowkanal lan­des­seit­ig zu unter­stützen.

3. Stärkung der Wasser­touris­musini­tia­tive Nord­bran­den­burg
Der Finowkanal liegt in ein­er sehr bedeu­ten­den und stetig weit­er über die Bun­deslän­der hin­weg zusam­menwach­senden Wasser­touris­mus­re­gion Deutsch­lands, für die alle Chan­cen zur Entwick­lung genutzt wer­den soll­ten. Der Finowkanal ist als Teil­pro­jekt in der Wass­er-touris­musini­tia­tive Nord­bran­den­burg definiert.

Die WIN AG hat es sich zur Auf­gabe gemacht, gemein­sam mit kom­mu­nalen und pri­vat­en Part­nern die erforder­lichen wasser­touris­tis­chen Pro­jek­te bis zur Umset­zungsreife zu entwick­eln. Daher bietet sich die WIN AG als pro­fes­sionelle und etablierte Insti­tu­tion an, die über das notwendi­ge Knowhow ver­fügt, um das Pro­jekt Finowkanal steuern zu kön­nen.
Dafür ist es uner­lässlich, die Struk­turen der WIN AG zu stärken.

4. Gemein­schaft­sauf­gabe Wasser­touris­mus wahrnehmen und umset­zen
Die Erfol­gs­geschichte Wasser­touris­mus kann nur fort­geschrieben wer­den, wenn Bund, Län­der und Kom­munen zusam­me­nar­beit­en. Der Finowkanal kann zum Muster­beispiel für ein gelun­ge­nes Wasser­touris­mus­pro­jekt wer­den. Zwis­chen, aber auch auf den jew­eili­gen Ebe­nen, muss die Koor­dinierung dazu verbessert wer­den.

Im Land Bran­den­burg soll dafür die Schaf­fung eines Ansprech­part­ners für die Belange des Wasser­touris­mus zur ganzheitlichen Betra­ch­tung und Bear­beitung des The­mas geschaf­fen wer­den, um ein gemein­sames Arbeits­gremi­um zur strate­gis­chen und oper­a­tiv­en Zusam­me­nar­beit, sowohl mit der Bun­desregierung als auch mit den Kom­munen, zu schaf­fen. Die Anrain­er-Kom­munen, Vere­ine und Ini­tia­tiv­en sollen ihre Ideen und Pro­jek­te zur Förderung und Entwick­lung des Wasser­touris­mus ent­lang des Finowkanals frei entwick­eln dür­fen und dabei unter­stützt wer­den.

Bild © Jens Koep­pen

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