Retrospektive: Ein Jahr in den USA mit dem Bundestag

Rede im Plenum des Deutschen Bundestages — Meisterbrief
29. Oktober 2019
Rede im Plenum des Deutschen Bundestages — Meisterbrief
29. Oktober 2019

Retrospektive: Ein Jahr in den USA mit dem Bundestag

Für ein Jahr in die USA – diesen Traum lebte Tilman Bey­er aus Eber­swalde im ver­gan­genen Jahr dank eines Voll­stipendi­ums des Par­la­men­tarischen Paten­schaft­spro­gramms des Bun­destages. Seine Erfahrun­gen hat Tilman in einem kurzen Bericht zusam­menge­fasst, den ich hier gern zur Ver­fü­gung stelle. Danke Tilman, dass du uns einen kleinen Ein­blick in deinen amerikanis­chen All­t­ag als Aus­tauschschüler gegeben hast. Du warst ein fan­tastis­ch­er Junior­botschafter!

 

Ein Jahr in den USA mit dem Bun­destag

von Tilman Got­tlieb Bey­er

Ein Jahr ist lang – und den­noch viel zu kurz! Diese Erfahrung habe ich während meines Aus­land­s­jahres in den USA gesam­melt.

Ende August 2018 komme ich voller Vor­freude und Ungewis­sheit nachts am Flughafen Kala­ma­zoo-Bat­tle Creek an. Vor mir ste­ht das inten­sivste Jahr meines Lebens. Noch nie habe ich so viel Neues auf mich ein­wirken lassen, noch nie habe ich so viel gel­ernt und mich damit verän­dert.

In mein­er USA Zeit kon­nte ich einige bere­its vorhan­dene Vorurteile bzw. Vorstel­lun­gen bestäti­gen, nichts­destotrotz gab es noch viel zu ler­nen. Denn in den USA steckt noch so viel mehr als nur große Autos und Pan­cakes! Mein erstes Früh­stück in den Staat­en bestand jedoch aus genau diesen, mit viel But­ter, dazu Würstchen und Speck. Den­noch kon­nte ich in den USA auch so viel anderes, unbekan­ntes und vor allem gesun­des Essen ken­nen­ler­nen wie nie zuvor. Der Genuss von frischem karibis­chem Essen an einem son­ni­gen kali­for­nischen Strand – unbeschreib­lich schön und weit weg vom ver­bre­it­eten „Fast Food“ Vorurteil.

Auch in der Schule, der „High School“, gab es viel Unbekan­ntes zu erforschen. Mein Stun­den­plan? Kom­plett unter­schiedlich zum Deutschen! Mit Fäch­ern wie Krim­i­nal­wis­senschaften (Foren­sic Sci­ence), Per­son­al Finance (ein Fach, in dem man lernt, mit Geld umzuge­hen) und Basic Media (ein Fach, in dem Schul­nachricht­en gedreht wer­den) kam Neugierde und Span­nung in den Schu­lall­t­ag. Durch Basic Media war ich täglich als Nachricht­en­sprech­er in den Schul­nachricht­en und so schnell bekan­nt. Des Weit­eren habe ich mit meinem „Ger­man word of the Day“ Video weit­ere Vielfalt in die Nachricht­en brin­gen kön­nen. Hier habe ich immer ein deutsches Wort zum Rat­en aufgegeben. Anschließend kon­nten mir die Schüler die Lösung elek­tro­n­isch senden. Am näch­sten Tag haben die Gewin­ner orig­i­nale deutsche Schoko­lade von mir erhal­ten und die Lösung wurde in den Nachricht­en ange­sagt. Dieses Spiel hat mir, den Mitschülern und auch den Lehrern viel Spaß bere­it­et. In der Schule habe ich außer­dem viel Sport getrieben, ich war im Herb­st in der „Cross-Coun­try“ Mannschaft, im Win­ter im „Ski-Club“ und im Früh­ling beim „Track und Field“. Durch den Sport fand ich schnell viele Fre­unde und kon­nte mich kör­per­lich aktiv hal­ten. Neben Sportk­lubs war ich auch Mit­glied im Key (=engl. für Schlüs­sel) Club. Dieser Klub soll „Türen öff­nen“, indem seine Mit­glieder Bedürfti­gen helfen und lokale Pro­jek­te unter­stützen. Mein frei­williges Engage­ment und mein Ger­man Word of the Day Beitrag haben mir sog­ar die Ausze­ich­nung „Exchange Stu­dent of the Month“ vom Depart­ment of State einge­bracht – eine großar­tige Anerken­nung, über die ich mich sehr gefreut habe. Außer­halb der Schule bin ich viel gereist, so kon­nte ich viele Bun­desstaat­en ken­nen­ler­nen und ver­schiedene Aspek­te der amerikanis­chen Land­schaft und Kul­tur ken­nen­ler­nen, denn die USA sind nicht gle­ich die USA. Ver­schiedene Dialek­te, lokale Gewohn­heit­en und Ansicht­en kön­nen start vari­ieren. Es lohnt sich also defin­i­tiv, nicht nur Städte wie Chica­go oder Los Ange­les zu besuchen. Zu meinen Reise­high­lights gehören der Trip auf der his­torischen Route 66 durch viele kleinere Orte in mehreren Staat­en, Städtetrips nach Chica­go, die Berge von Mon­tana und natür­lich das son­nige Kali­fornien. Abschließend möchte ich mich an dieser Stelle bei mein­er Gast­fam­i­lie und auch mein­er deutschen Fam­i­lie bedanken, die durch Ihre Unter­stützung all das ermöglicht haben. Des Weit­eren gilt mein Dank dem Deutschen Bun­destag und dem US-Kongress, die durch Ihre Zusam­me­nar­beit mir und vie­len weit­eren jun­gen Men­schen solch ein wun­der­volles Erleb­nis ver­schaf­fen kon­nten.

 

Hat der Bericht Inter­esse geweckt? Der Deutsche Bun­destag vergibt Stipen­di­en für ein Aus­tausch­jahr in den USA an Schü­lerin­nen und Schüler und junge Beruf­stätige. Zeit­gle­ich sind junge US-Amerikan­er zu einem Aus­tausch­jahr zu Gast in Deutsch­land. Das PPP ist ein gemein­sames Pro­gramm des Deutschen Bun­destages und des US-Con­gress. Es ste­ht unter der Schirmherrschaft des Bun­destagspräsi­den­ten. Die Bewer­bungs­frist für das 37. PPP 2020/21 ist abge­laufen. Voraus­sichtlich Anfang Mai 2020 begin­nt die Bewer­bungs­frist für das 38. PPP 2021/22. Bei Fra­gen zum Bewer­bungsver­fahren kön­nen Sie gern mein Büro kon­tak­tieren.

 

Foto: Tilman Bey­er

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